Ärger um Entschädigung für VW-Rückruf

Besitzer eines Kleinbusses vom Typ T6 erhielten zunächst Bargeld für den künftig zu erwartenden erhöhten Harnstoffverbauch ihres Dieselaggregats nach einem Softwareupdate der Motorsteuerung. Nun sind es nur noch Gutscheine.

Angeboten werden die quer eingebauten und um acht Grad nach vorn geneigten TDI im VW T6 mit 84, 102, 150 und 204 PS.
Bild: VW Nutzfahrzeuge

Irritationen bei den Betroffenen T6-Besitzern hat eine neue Rückrufaktion von VW wegen überhöhter Diesel-Emissionen ausgelöst. Das Softwareupdate mit dem Code „23Z7“ geht laut Anschreiben (s. Link unten) einher mit einem „geringfügig“ erhöhten Adblue-Verbrauch. Hierfür erhielten die Kunden anfangs einen Ausgleich von 100 Euro in bar. „Seit Anfang April wurde die Bargeld-Kompensation umgestellt auf eine Adblue-Stempelkarte. Mit dieser Karte ist der Kunde berechtigt, achtmal seinen Adblue-Tank kostenlos auffüllen zu lassen“, sagte ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge auf Anfrage. Hierfür jedes Mal zu einem VW-Servicebetrieb zu fahren, empfinden aber viele als umständlich.

Seit 17. April ist die Aktion auch in der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gelistet. Eine „Konformitätsabweichung führt zur Überschreitung des Euro-6-Grenzwertes für Stickoxide“, heißt es dort. Von einer illegalen Abschalteinrichtung ist nicht die Rede. Beim betroffenen Zweiliter-TDI-Aggregat handelt es sich auch nicht um den EA189-Motor, der beim Abgasskandal im Mittelpunkt stand, sondern um den Nachfolger (Motorcode: EA288, s. Foto).

Laut dem Sprecher geht es um folgende T6-Modelle: Kombi, Caravelle, Multivan und California, also Busse mit Pkw-Zulassung (M1). Sie gerieten schon vor über einem Jahr in die Schlagzeilen, als es wegen Emissionsproblemen einen mehrmonatigen Auslieferungsstopp von Neuahrzeugen gab. Nun erhalten also alle vor dem Auslieferungsstopp produzierten Fahrzeuge (Bauzeitraum: Oktober 2014 bis November 2017) eine „Anpassung der Programmierung des Motorsteuergeräts“ wie VW es beschreibt. „Die Software für den Rückruf enthält die identischen Korrekturen wie die seit März 2018 produzierte Seriensoftware“, ergänzte der Sprecher.

Seinen Angaben zufolge startete die Aktion bereits am 4. Februar. Der vom KBA überwachte Rückruf betrifft in Deutschland 86.741 Fahrzeuge, weltweit 185.383. Das Softwareupdate soll etwa eine Stunde dauern. Anschließend erfolgt eine Eintragung ins Bordbuch. Eine separate Markierung am Fahrzeug ist nicht vorgesehen.

Quelle: Feldmaßnahme 23Z7 – die VW Camper Community

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