Fridays for De Past (FDP)

Mit Blick auf die Jungwähler sollten die Liberalen die lösbaren Aufgaben auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität mit mehr Leistungsbereitschaft angehen.

Schwarz-weiß-Aufnahme von Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP.
Bild: FDP

Heute erinnern uns Schüler im Rahmen ihrer „Fridays for Future“-Demos wieder schmerzlich daran, dass wir die Erde eigentlich in einem besenreinen Zustand übergeben müssten, wenn unsere Zeit gekommen ist. Dass sich AfD-Politiker, also die offiziellen Vertreter der greisen „Nach uns die Sintflut“-Ideologie, verächtlich über das jugendliche Engagement äußern, überrascht selbstverständlich nicht.

Wenn aber der FDP-Chef in einem Anfall grenzenloser Ignoranz davon spricht, die Kids sollten den Klimaschutz getrost den „Profis“ überlassen, dann muss man sich in der Tat fragen, wie es um die Realitätswahrnehmung des Parteivorsitzenden der Liberalen bestellt ist. Dieser Ausspruch erinnert an Marie Antoinette, die ihrem Volk einst empfahl, Kuchen (bzw. Brioche) zu essen, wenn es kein Brot mehr habe. Gerade eine Partei, die bei Jungwählern punkten muss, wenn sie tatsächlich mal wieder Regierungsverantwortung übernehmen will, sollte sich anders artikulieren.

Bei der Gelegenheit sollte man den Porsche-Fahrern Lindner und seiner verlängerten Tastatur im Hause Springer auch mitteilen, dass sie auf ihre Spielzeuge gar nicht verzichten müssten, wenn es nur gelänge, die breite Masse zu einer nachhaltigeren Form der Mobilität zu bringen. Und diese ist im Bereich Individualverkehr elektrifiziert (ob mit oder ohne Beteiligung fossiler Energie oder Wasserstoff sei mal noch dahingestellt). Diese Wahrheit – und vor allem die damit verbundenen Konsequenzen – müssen Volksvertreter nun endlich klar aussprechen.

Dass dieses Szenario nicht (nur) bedrohlich sein muss, hat diese Woche ein aus meiner Sicht gut gemachtes Webspecial des „Spiegels“ gezeigt. Der Autor beschreibt darin seine Erlebnisse auf einer Fahrt durch das winterliche Deutschland mit einem BMW i3 ohne Range Extender. Diese waren natürlich auch negativ, aber nichts an der Schilderung lässt mich zweifeln, dass es sich um lösbare Aufgaben handelt. Über die gerne im liberalen Sprachgebrauch vorkommende „Leistungsbereitschaft“ zur Überwindung der noch vorhandenen Hürden auf dem Weg zur Elektromobilität sollte die FDP sprechen, wenn sie nicht als „Fridays for De Past“-Bewegung gelten will!

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