Streit um Anhänger-Test

Einachsige Lastenträger fielen in den vergangenen Wochen gleich mehrmals negativ auf. Das KBA meldete zwei Rückrufaktionen und bei Fahrversuchen des ADAC erhielten zwei Produkte schlechte Zensuren.

Ein ADAC-Mitarbeiter prüft die Reifen eines Anhängers nach dem Test des Clubs im Frühjahr 2019.
Bild: ADAC / Günther Bayerl

Der Anhängerhersteller Stedele hat einen Rückruf für den Einachsanhänger „SB4003“ aus Stahlblech gestartet. Laut einem Warnhinweis des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vom April handelt es sich um eine behördlich überwachte Aktion, die knapp 1.100 Exemplare der Baujahre 2017 bis 2019 betrifft. Ob die Aktion in Zusammenhang mit einem kürzlich veröffentlichten Test des ADAC steht, ist unklar. Das in der Oberpfalz beheimatete Unternehmen ließ eine Anfrage hierzu bislang unbeantwortet.

Da der den Rückruf auslösende „herstellerseitige Verbau falscher Radschrauben“ auch vom ADAC in seinem Test moniert wurde, liegt ein Zusammenhang nahe. Allerdings lautet der Modellcode des vom Club getesteten Stedele-Anhängers anders („MST71A“). Dieser fiel im Test durch. Neben den Schrauben lag dies vor allem am Fahrverhalten. So berührten die Reifen bei Ausweichversuchen in voll beladenem Zustand den Rahmen. „Die Folge können Reifenschäden und Beeinträchtigungen im Fahrverhalten sein“, warnt der ADAC, der insgesamt sechs ungebremste Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm unter die Lupe nahm.

Auf seiner Unternehmenshomepage übt Stedele heftige Kritik am Testverfahren. So seien sowohl die maximale Anhängelast des Zugfahrzeugs als auch die Nutzlast des Anhängers beim Test überschritten worden. Obendrein habe der Club teilgefüllte Wasserkanister als Ladung verwendet. Das schwappende Wasser habe so die beschleunigte Masse beim Ausweichtest vervielfacht. Fazit des Herstellers: „Diese Testmethode entspricht nicht dem realistischen Einsatz eines Anhängers.“

Eine ADAC-Sprecherin widersprach auf Nachfrage dieser Darstellung. „Eine Überladung des Anhängers fand in keinem Fall statt“, betonte sie. Die Tester hätten die verwendeten Zehn-Liter-Kanister alle voll befüllt und gegen Verrutschen gesichert. Auch das Zugfahrzeug sei uneingeschränkt für die Fahrversuche geeignet gewesen. „Zur Qualitätssicherung wurden alle Fahrversuche nochmals mit einem zweiten Anhänger wiederholt, um die Ergebnisse zu verifizieren“, sagte sie.

Tema-Rückruf

Neben dem Anhänger von Stedele konnte noch ein zweites Produkt beim ADAC-Test nicht überzeugen. Für den TPV-Trailer „TL -EU2-AR“ liegt allerdings (noch) kein Eintrag in der Rückrufdatenbank des KBA vor. Neu ist dagegen ein weiterer dort verzeichneter Anhänger-Rückruf der Firma Tema. In Deutschland gehen 1.461 Exemplare der Modellreihen Box, Platform und Moto aus den Baujahren 2017 und 2018 zurück zum Hersteller, weil sie „möglicherweise nicht dem Auslieferungszustand“ entsprechen, wie es im Warnhinweis heißt.

Was das genaue Problem ist, bleibt unklar. Der Hersteller verwies auf Anfrage lediglich auf die KBA-Informationen. Einzige Konkretisierung von Behördenseite ist der Hinweis, dass der Rückruf mit dem internen Code „RE32-19/01“ nur Fahrzeuge betrifft, „die zum Selbstzusammenbau bzw. zum Zusammenbau beim Händler veräußert wurden“.

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