Imageproblem

Kritiker an unserem Lebensstil geben selbst häufig Anlass zur Kritik. Sie geben sich zu wenig Mühe, Menschen tatsächlich zum Umdenken zu bewegen.

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Bild: Pixabay / PublicDomainPictures, CC0 Creative Commons

Nachdem ich an dieser Stelle gerne Politik und Industrie kritisiere, muss ich heute mal die Kritiker kritisieren. Anlass ist ein Post einer meiner Facebook-Freunde, der das Buch des britischen Ökonomen Graeme Maxton empfahl. „Change“ ist ein eindringlicher Appell, unseren Lebensstil zu ändern, um unseren Planeten zu retten. Untertitel des Buchs: „Die Party ist vorbei“!

Die Reaktion eines Freundes meines Facebook-Freundes in der Kommentarspalte: „Welche Party? Die habe ich gar nicht mitbekommen!“ Ich finde, das bringt die ganze Problematik der Diskussion über den Klimawandel (zu der ich übrigens die vielen Varianten wie den Streit um Fahrverbote hinzuzähle) perfekt auf den Punkt. Die meisten haben eben nicht das Gefühl, über ihre Verhältnisse zu leben und empfinden Mahner wie Maxton daher als Bedrohung. Umso schlimmer, wenn der dies mit „Party“-Slogans zu bestätigen scheint.

Denn auch Maxton ist bewusst, dass das Leben für die meisten durchaus keine unendliche Party ist, sondern schon jetzt sehr entbehrungsreich. Das zeigt dieses Gespräch, in dem er schildert, dass die Verelendung vieler Menschen infolge der Finanzkrise 2009 seine Denkweise überhaupt erst verändert hat. Doch mit dem schmissigen Untertitel (der vielleicht gar nicht von ihm, sondern von einem Verlagsmitarbeiter stammt) dürfte er sein Image erst einmal weg haben. Es ist das gleiche, das auch viele Grünen-Politiker haben: Oberlehrer, die den drögen Unterrichtsstoff mit Gewalt in die Köpfe ihrer Schüler hämmern.

„Exit“-Deal?

Wie man einen Imagewandel hinbekommen könnte, ist mir allerdings auch nicht klar. Denn natürlich haben es Politiker leichter, die einem versprechen, alles könne so bleiben, wie es ist. Das sieht man ja an den Wahlergebnissen der jüngsten Vergangenheit rund um den Globus. Demokratie in ihrer aktuellen Form macht es dem Einzelnen zu leicht, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Vielleicht könnte ja ein europaweiter Grundsatz-Volksentscheid helfen. „Sind Sie bereit, die menschengemachte Erderwärmung anzuerkennen und ihren Lebensstil entsprechend anzupassen, um auch künftigen Generationen ein menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen? Ja/nein.“ Doch solche „Exit“-Entscheidungen haben mit Blick auf das derzeit in Großbritannien herrschende Chaos ebenfalls ein großes Imageproblem…

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