Jetzt heißt sofort

Eine Fraunhofer-Studie von dieser Woche gibt hoffentlich endlich den Startschuss zur Diskussion über die Zukunft unserer Volkswirtschaft.

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Bild: Pixabay / Free-Photos, CC0 Creative Commons

Es wurde Zeit! Endlich hat in dieser Woche (hoffentlich) eine größere Diskussion um die Zukunft unserer wichtigsten Industriesparte begonnen. Auch wenn der Startschuss denkbar schlecht ausfiel, denn durch die Bank berichteten alle Publikumsmedien über eine am Montag vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) gleich: die Elektromobilität wird zum „Jobkiller“ für die Autoindustrie.

Für den Stammtisch dürfte die Sache damit klar sein: Weiter Vollgas geben mit dem Verbrennungsmotor! Doch die Auftraggeber der Studie, IG Metall, BMW, Volkswagen, Daimler, Robert Bosch, ZF Friedrichshafen, Schaeffler, Mahle International sowie der Verband der Automobilindustrie, sehen die Angelegenheit sicherlich differenzierter. Und die Studie macht ja auch Mut. „Die Herausforderung ist groß, aber zu bewältigen, wenn jetzt die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so das Autorenfazit.

Mit „jetzt“ muss meines Erachtens aber „sofort“ gemeint sein. Doch leider suhlen sich immer noch viel zu viele in der Branche in Selbstzufriedenheit. Eigene Rekordergebnisse sowie Crashs von selbstfahrenden Fahrzeugen auf der Straße und Tesla-Aktien an der Börse bestärken sie. Doch die Schlagzeilen von dieser Woche zeigen, wie schnelllebig das Geschäft ist: viele Verbrenner scheinen ein Problem mit der Umstellung auf die WLTP-Verbrauchsmessung zu haben und Zocker, die auf den weiteren Sturzflug von Elon Musk hofften, verloren in kurzer Zeit eine Milliarde Dollar.

„Die Welt wartet nicht auf uns“, hat unsere Kanzlerin Anfang des Jahres gesagt. Ihrem Handeln und das der Entscheidungsträger in der Wirtschaft merkt man dies nicht an. Doch der Wertpapiermarkt lehrt uns etwas Grundsätzliches. Nimmt der Kurs einer Aktie um 50 Prozent ab, muss er um 100 Prozent steigen, um wieder das alte Niveau zu erreichen. Je länger wir beim Umbau unserer Volkswirtschaft zuwarten, desto größer werden die Anstrengungen und vermutlich auch die Opfer sein.

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