Nach Unfall mit Kind: US-Behörden überprüfen Selbstfahrer-System von Waymo

Nach einem Unfall eines autonomen Waymo-Fahrzeugs mit einem Grundschulkind leitet die Verkehrsaufsicht eine Voruntersuchung ein. Im Fokus stehen das Fahrverhalten in der Nähe der Schulen und die Reaktion nach dem Aufprall.

Ein Jaguar I-Pace der Firma Waymo hält an einem Zebrastreifen.
Bild: Waymo

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hat eine Voruntersuchung zum „Automated Driving System“ (ADS) von Waymo eingeleitet. Betroffen sei die fünfte ADS-Generation des zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehördenden Unternehmens, heißt es in einer Behördenmitteilung vom 28. Januar. Sie werde in den Vereinigten Staaten in insgesamt 3.067 autonomen Fahrzeugen eingesetzt. Die Fahrzeuge sind inzwischen weitgehend ohne menschliches Aufsichtspersonal unterwegs.

Anlass ist ein Vorfall, bei dem ein autonomes Waymo-Fahrzeug in der Nähe einer kalifornischen Grundschule ein Kind anfuhr und leicht verletzte. Nach Angaben von Waymo und der Behörde ereignete sich der Unfall vergangene Woche während der Bringzeiten. Das Kind sei plötzlich hinter einem SUV hervorgetreten und direkt in den Fahrweg des 27 km/h schnellen Fahrzeugs gelaufen. Durch die von der Waymo-Technologie veranlasste Vollbremsung sei das Kind mit unter 10 km/h getroffen worden. Bei einem „voll aufmerksamen menschlichen Fahrer“ wären es in derselben Situation über 22 km/h gewesen, behauptet Waymo in einem Statement.

Trotzdem wird nun geprüft, ob das automatisierte Fahrsystem in dieser Situation mit angemessener Vorsicht agierte. Die Behörde will analysieren, welches Soll-Verhalten für Schulzonen und angrenzende Bereiche im System hinterlegt ist und wie das System diese Vorgaben im realen Verkehr umsetzt. Dazu zählen unter anderem die Einhaltung von Tempolimits, das Erkennen von Kindern im Straßenraum sowie das Reaktionsverhalten bei unerwarteten Bewegungen. Darüber hinaus wird auch das Verhalten des Fahrzeugs nach dem Aufprall geprüft, einschließlich der automatisierten Notfallstrategien und der Kommunikation mit externen Stellen.

Waymo-Auto hatte schon mal Probleme mit Schulbussen

Es handelt sich derzeit nicht um einen formellen Rückruf, sondern um eine behördliche Voruntersuchung. In der Rückrufdatenbank der Behörde sind allerdings schon vier sicherheitsrelevante Waymo-Updates hinterlegt. Das jüngste stammt aus dem vergangenen Dezember und bezog sich ebenfalls auf eine Schwachstelle im Schulverkehr: Ein Waymo-Auto fuhr an einem stehenden Schulbus vorbei, was in den USA streng verboten ist. Damals gab es offenbar keine Kollision mit einem Kind.

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