Schocktherapie

Ich konsumiere aktuell übermäßig viele Horrormeldungen aus dem Straßenverkehr. Nun kenne ich die negativen Folgen der Filterblase.

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Bild: Pixabay / dassel, CC0 Creative Commons

Bislang habe ich als Großstadtbewohner immer mit ungläubigem Staunen auf Menschen geblickt, die in permanenter Furcht leben, Verbrechensopfer von Migranten zu werden, obwohl sie in Gegenden leben, wo es kaum welche gibt. Oder Menschen, die Lichtjahre von der nächsten Grenze oder Flüchtlingsunterkunft entfernt wohnend in den sozialen Netzwerken regelmäßig die angebliche „Umvolkung“ Deutschlands anprangern.

Doch nun habe ich mir meine eigene kleine Filterblase gebastelt und kann zumindest ansatzweise die Folgen monothematischen Medienkonsums nachvollziehen. Bei mir geht es aber um eine andere Paranoia, nämlich um die „Entvölkerung“ durch Verkehrsunfälle. Hier ein „worst of“ der mir via Mailalert zugespielten Schlagzeilen aus dieser Woche (zartbesaitete sollten die Aufzählung überspringen):

Ich gebe zu, dass ich nun immer häufiger mit einem mulmigen Gefühl ins Auto oder aufs Fahrrad steige. Denn nach regelmäßiger Lektüre solcher Horrorstories kann doch auf der Straße nichts anderes lauern als der Tod, oder? Doch anders als bei den „besorgten Bürgern“ muss meine Angst nicht unbedingt schlecht sein, schärft sie doch die Sinne. Die „Schocktherapie“ war ja schon immer ein beliebtes Mittel in der Verkehrserziehung, insbesondere bei Fahranfängern.

Warum also nicht in das moderne vernetzte Auto regelmäßig Bilder und Infos über solche Unfälle einspielen? Es gibt Fahrertypen, denen kann man gar nicht oft genug die Endlichkeit der eigenen Existenz vor Augen führen. Denn auch durch das zehnte Fahrassistenzsystem und den zwanzigsten Airbag ist im Neuwagen eines garantiert nicht serienmäßig: die Unverwundbarkeit.

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