Seit September 2019 lief eine Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) zu aktiven Kopfstützen in den Vordersitzen zahlreicher Modelle von Chrysler, Dodge und Jeep aus den Produktionsjahren 2010 bis 2020. Nun liegt endlich eine Entscheidung vor: Ein verpflichtender Rückruf wurde nach Analyse aller Daten nicht angeordnet. Denn der Stellantis-Konzern hatte zuvor eine auf zehn Jahre erweiterte Gewährleistung ohne Laufleistungsbegrenzung für die betroffenen Kopfstützenbaugruppe zugesagt.
Betroffen waren unter anderem Chrysler 200 (2011–2014), Chrysler Town & Country (2010–2016), Dodge Grand Caravan (2010–2020), Dodge Journey (2010–2019), Dodge Durango (2011–2020), Jeep Compass (2010–2017), Jeep Patriot (2010–2011), Jeep Liberty (2010–2012) sowie Jeep Grand Cherokee (2011–2020). Der untersuchte Bestand erstreckte sich dauf bis zu 7.365.269 Fahrzeuge, wobei in einer engeren Betrachtung rund 710.890 Einheiten detailliert analysiert wurden, insbesondere die Modelljahrgänge 2012 bis 2015 des Jeep Grand Cherokee sowie einzelne Baujahre des Dodge Durango.
Gegenstand der Prüfung war der elektrisch angesteuerte Auslösemechanismus der aktiven Kopfstützen. Bei bestimmten Produktionschargen des Zulieferers Grammer können die Kopfstützen ohne einen Heckaufprall nach vorne schnellen. Technisch basiert das System auf einem mechanisch vorgespannten Federmechanismus, der über eine im Sitz integrierte Sensorik aktiviert wird. Durch Materialermüdung, Rissbildung im Kunststoffgehäuse oder eine Fehlfunktion des Auslösemechanismus kann es zu einer unbeabsichtigten Entriegelung kommen.
Eine solche Auslösung während der Fahrt kann zu einer plötzlichen Vorwärtsbewegung von Kopf und Oberkörper führen. Die Behörde dokumentierte 11 Unfälle im Zusammenhang mit dem Fehlerbild. Die damit in Verbindung stehenden Personenschäden wurden allerdings wohl nicht als so gravierend beurteilt, dass eine Rückrufaktion notwendig erschien. Die „Preliminary Evaluation“ mit dem Aktenzeichen „PE19-014“ ist somit abgeschlossen.
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