Diverse Motorradbauer starten Bremsenrückruf

Ein möglicher Defekt im Bremszylinder von Brembo löst Aktionen bei Aprilia, Ducati, KTM, MV Agusta, TM Rennen, Moto Morini und Horex aus.

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Bild: Pixabay / jorgevela, CC0 Creative Commons

Aufgrund von möglichen Defekten am Kunststoffkolben des vorderen Hauptzylinders der Radialbremse von Brembo (Durchmesser 15 und 16 mm), müssen zahlreiche Motorradhersteller eine Rückrufaktion starten. Dies bestätigte eine Sprecherin des italienischen Zulieferers auf Anfrage. Die Produkte seien zwischen 2015 und 2017 an die Kunden gegangen.

Betroffen sind demnach Aprilia, Ducati, KTM, MV Agusta, TM Racing, Moto Morini und Horex. Bei den KTM- und Piaggio-Marken melden nordamerikanische Behörden folgende Modelle: Husqvarna FS450, KTM 1290 Superduke (GT und R), Ducati 1299, Monster 1200, Multistrada (PP und S), Panigale R, Scrambler 800 und XDiavel S, sowie Aprilia RSV4 1000 und Tuono V4 1100. Wie die übrige Modellliste für Europa aussieht, ist noch nicht bekannt. Bei Aprilia gab es bereits Ende 2016 einen Rückruf wegen Problemen an der Vorderbremse.

Bei einem Riss des Kolbens könnten sich bei den Maschinen die Bremswege verlängern. Die Werkstätten bauen daher einen neuen Kolben aus Aluminium ein.“Brembo informierte die Hersteller umgehend über das Problem, so dass die Besitzer […] informiert und eingeladen werden konnten“, hieß es in einem schriftlichen Statement des Unternehmens.

Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind die Rückrufe allerdings noch nicht gelistet. Die Benachrichtigung scheint zumindest die europäischen Kunden also bislang nicht erreicht zu haben. Immerhin erübrigt sich die aufwändige Suche nach Ersatzteilkäufern. In den Aftermarket seien keine Brems-Kits gelangt, betonte Brembo.

Nachtrag 12. Januar:

Nun haben drei Hersteller die Modellliste verraten. Moto Morini ruft nach eigenen Angaben etwa 50 Exemplare des Typs Corsaro ZZ (MJ 2017) zurück. Bei MV Agusta geht es um die F4 RR and F4 RC (Stückzahl und Modelljahre noch unbekannt). Laut Horex sind die Modelle VR6 Classic und VR6 Café Racer aus dem Produktionsjahr 2016/2017 betroffen.

Nachtrag 26. Januar:

KTM hat seine Modellliste zu dem Rückruf veröffentlicht. Es  geht um 690 Duke R, 1290 Super Duke R (ab 2015) sowie 1290 Super Duke R Special Edition (alle ab Modelljahr 2015) und 1290 Super Duke GT (ab 2016). Der Austausch des Bremskolbens des Handbremszylinders dauert laut Hersteller ca. 1,5 Stunden.

Nachtrag 29. Januar:

Das KBA hat vor wenigen Tagen die von diesem Rückruf betroffenen deutschen Ducati-Modelle veröffentlicht. Es handelt sich um Scrambler, Multistrada, Monster, XDiavel, 1299 Panigale und 1299 Superleggera der Modelljahre 2015 bis 2018.

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1 Kommentar

  1. Ist ja auch klar dass zuerst der amerikansiche Markt abgedeckt wird mit Ersatzteilen weil dort ja gleich wieder Millionen aufgerufen werden, wegen jedem Mist der damit in Zusammenhang stehen könnte, auch wenn Jahre später raus kommt dass es damit nichts zu tun hatte.
    Als Straßenfahrer würde ich mir jetzt auch erst mal keine Sorgen machen. Die Bremsen vor der Fahrt einmal durchziehen und los gehts.

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