US-Rückruf von Audi und Porsche: Bremsprobleme bei Elektro-Sportlern

Aufgrund von Problemen mit den vorderen Bremsschläuchen meldet die zuständige Behörde Sicherheitsrisiken bei über 41.000 Taycan und E-Tron GT. Zum Rückrufstart in Deutschland liegen noch keine Infos vor.

Ein grüner Porsche Taycan rast auf der Regional Tour 2020 die Teststrecke hinunter - Burgkirchen, Österreich
Bild: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Porsche und Audi rufen in den USA über 41.000 Elektrofahrzeuge zurück. Aufgrund von Problemen mit den vorderen Bremsschläuchen könnten Sicherheitsrisiken entstehen, meldete die US-Verkehrssicherheitsbehörde kürzlich.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind rund 31.700 Exemplare des Porsche Taycan aus dem Herstellungszeitraum 21. Oktober 2019 und 13. Juni 2024. Das einbestellte Audi-Modell ist der E-Tron GT, gebaut zwischen dem 18. März 2021 und dem 12. Juni 2024. Insgesamt geht es hier um 9.653 Einheiten.

Was ist das Problem?

Die fehlerhaften Komponenten umfassen die linken und rechten vorderen Bremsschläuche. Über einen längeren Zeitraum könnten sich Risse in den vorderen Bremsschläuchen entwickeln, heißt es in den behördlichen Fehlermeldungen. Dies führe zu einem Austritt von Bremsflüssigkeit, was die Funktionsfähigkeit der vorderen Bremsen beeinträchtigen könne. Die hinteren Bremsen bleiben den Angaben zufolge allerdings voll funktionsfähig. Der Fehler entstehe durch Kompression der vorderen Bremsschläuche während bestimmter Lenk- und Fahrbedingungen. Dies führe zu Stress an den Stellen mit dem kleinsten Biegeradius, was die innere Gewebeschicht der Bremsschläuche beschädigen könne.

Welche Risiken bestehen?

Insbesondere bei Vollbremsungen könnten sich die Wege bis zum Stillstand der Sportwagen verlängern. Ab einem bestimmten Verlust von Bremsflüssigkeit äußert sich der Mangel laut NHTSA auch durch einen längeren Pedalweg und verschiedene Warnmeldungen im Fahrzeug.

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

Die Hersteller ersetzen die defekten vorderen Bremsschläuche samt Halterungen durch neue Schläuche mit einem größeren Biegeradius, um die Belastung zu reduzieren. Die betroffenen Fahrzeughalter sollen am 16. August über den Rückruf informiert werden.

Seit wann ist das Problem bekannt?

Wie aus dem Behördendokument hervorgeht, wurden erste Berichte über Lecks in den Bremsschläuchen bei Porsche im Juni 2023 bekannt. Bis heute gebe es sieben Mängelberichte aus den USA. Ein Vorfall außerhalb der USA habe zu einem Unfall geführt, jedoch ohne Verletzungen. Audi sei im September 2023 durch Porsche auf eine mögliche Unregelmäßigkeit hingewiesen worden. Nach intensiven Untersuchungen entschied Audi im Juni 2024, gemeinsam mit Porsche, einen Rückruf zu starten. Bis heute sind Audi zwei Garantiefälle bekannt, aber keine Kundenbeschwerden, Verletzungen oder Unfälle aufgrund dieses Problems.

Findet der Rückruf auch in Deutschland statt?

Bislang sind die beiden Herstellerkennungen zu dem Rückruf („ARB0“ bei Porsche und „47UP“ bei Audi) noch nicht in der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) gelistet, was angesichts des geplanten Reparaturbeginns im August aber nicht verwundert. Das KBA vermeldet Rückrufe meist erst nach der Kundenbenachrichtigung. Da der fehlerhafte Bremsschlauch nach NHTSA-Angaben von der Valeo Powertrain GmbH aus dem unterfränkischen Ebern geliefert wurde, sollte es überraschen, wenn der Rückruf nicht auch zu uns kommt. Final Auskunft zur Relevanz der Aktion kann aber nur der Hersteller selbst bzw. ein Porsche- oder Audi-Händler geben.

Nachtrag 18.7.:

Der Audi-Aktionscode „47UP“ ist inzwischen in der KBA-Datenbank zu finden. Er umfasst den Angaben zufolge weltweit 35.370 Exemplare des E-Tron GT, davon 7.176 in Deutschland.

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