Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat kurz vor Weihnachten die genauere Prüfung einer Kundenbeschwerde angekündigt, die eine sicherheitsrelevante Schwachstelle beim Tesla Model 3 aus dem Modelljahr 2022 geltend macht. Kritisiert wird die Ausgestaltung der mechanischen Türnotentriegelung, die nach vorliegenden Angaben verdeckt angebracht, nicht eindeutig beschriftet und für Fahrzeuginsassen im Notfall nicht intuitiv auffindbar sein soll.
Die mechanische Türnotentriegelung dient als redundantes System zum Öffnen der Türen bei Ausfall der elektrischen Türbetätigung, etwa nach einem Unfall oder bei Spannungsverlust. Laut einer Kundenbeschwerde könnte die derzeitige Ausführung dazu führen, dass Insassen die Notentriegelung in Stress- oder Gefahrensituationen nicht rechtzeitig finden oder korrekt bedienen. Dies könnte die Selbstrettung oder die Rettung durch Einsatzkräfte verzögern. Hinweise auf konkrete Unfälle oder Personenschäden wurden im Rahmen der Einleitung der Untersuchung nicht veröffentlicht.
Zu den technischen Hintergründen, einschließlich der genauen Positionierung und Gestaltung der Notentriegelung im Innenraum, wurden bislang keine detaillierten Angaben gemacht. Ebenso liegen derzeit keine Informationen zu geplanten oder bereits umgesetzten Abhilfemaßnahmen vor. Die Untersuchung reiht sich in frühere behördliche Prüfungen ein, bei denen sicherheitsrelevante Funktionen in Tesla-Fahrzeugen thematisiert wurden. Insgesamt laufen bei der Behörde noch zwölf offene Verfahren hierzu.
Die aktuelle Prüfung findet auf Basis einer „Defect Petition“ (DP) statt. Dabei handelt es sich um einen formellen Antrag, den Einzelpersonen oder Organisationen bei der NHTSA einreichen können. Die Behörde prüft dann, ob ausreichende Anhaltspunkte für ein sicherheitsbezogenes Risiko vorliegen und ob daraus eine offizielle Untersuchung oder ein Rückrufverfahren eingeleitet wird. Wäre dem so, wären allein in den USA über 179.000 Stromer betroffen.
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