Airbagtausch: Nissan ruft Micra zurück

Über 82.000 Kleinwagen müssen wegen einer möglichen Rissbildung bei Entfaltung des Luftkissens auf der Beifahrerseite in die Vertragswerkstatt. Rund 9.600 der Fahrzeuge sind in Deutschland registriert.

Ein orangener Nissan Micra fährt auf einer Höhenstraße am Meer entlang.
Bild: Nissan

Nissan ruft etwas über 82.000 Exemplare des Micra zum Tausch des Beifahrerairbags in die Vertragswerkstatt, den Großteil davon in Europa. In Deutschland müssen 9.566 Halter eines Kleinwagens (Modellcode K14) zur Reparatur erscheinen, wie eine Sprecherin der deutschen Pressestelle auf Anfrage sagte.

Die Fahrzeuge liefen zwischen 1. Oktober 2016 und 14. November 2017 in einem französischen Renault-Werk vom Band. Laut Martin Zimmermann, Vorstand Kommunikation der Renault Deutschland AG, liegen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Informationen darüber vor, dass auch Renault-Modelle von der Rückrufaktion betroffen sind.

„Nachforschungen haben ergeben, dass die Hülle, die den Airbag bei der Entfaltung vor den heißen Gasen schützen soll, unter Umständen beim Einbau so komprimiert wurde, dass das Airbag-Material mit diesen heißen Gasen in Kontakt kommen kann“, erklärte die Sprecherin. Bei Routinetests des Zulieferers sei ein kleines Brandloch im Beifahrerairbag entdeckt worden, aus dem sich schlimmstenfalls ein Riss im Luftkissen entwickeln könnte.

Das Fahrzeug entspreche zwar auch dann noch den geltenden Insassenschutz-Vorschriften für den Fall eines Frontalzusammenstoßes, aber nicht mehr unbedingt den technischen Anforderungen von Nissan, betonte sie. Daher erfolge nun ein Tausch. Zur Dauer der Maßnahme mit dem internen Code „PY8B3“ machte sie keine Angaben.

Mega-Rückruf wohl nicht in Europa

An den deutschen Nissan-Kunden vorbei geht dagegen wohl ein Mega-Rückruf, der kürzlich in Nordamerika für insgesamt 1,35 Millionen Fahrzeuge startete. „Er betrifft nach unseren Informationen die europäischen Märkte nicht, weil die hier angebotenen Fahrzeuge nicht über die Einstellfunktion verfügen, durch die der Fehler erst auftreten kann“, sagte die Sprecherin.

Gemeint ist die individuelle Anpassung der Rückfahrkamera. Der Fahrer könnte die Funktion so einstellen, dass das rückwärtige Bild nicht mehr im Display sichtbar ist und das System diese Einstellung beim nächsten Rückwärtsfahren beibehält. Damit entspricht es nicht mehr den Vorschriften. Ein Softwareupdate soll die Konformität bei nahezu der kompletten Nissan- und Infiniti-Palette der Modelljahre 2018 und 2019 wieder herstellen.

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