Sammelmeldung zu diversen Rückrufen im Volkswagen-Konzern

Die meisten Maßnahmen kümmern sich um Bremsprobleme in verschiedenen Audi-, Skoda- und VW-Baureihen. Die jüngste Aktion verursacht das Panorama-Schiebedach im Polo.

Markenhochhaus in Wolfsburg mit dem 2019 eingeführten Volkswagen Logo.
Bild: Volkswagen AG

Diverse Warnmeldungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) aus den vergangenen Monaten zu Autos aus dem VW-Konzern sollen an dieser Stelle zusammengefasst werden. Der mengenmäßig größte Rückruf hat kaum Auswirkungen auf Deutschland, denn er betrifft den VW Atlas. „Dieses US-Modell wurde durch Volkswagen nicht in Europa vertrieben. Dennoch sind einige wenige Fahrzeuge in Deutschland, z.B. über freie Importeure oder durch Eigenimport o.ä. Entsprechend bieten wir die Terminvereinbarung mit einer Vertragswerkstatt auch hier an“, kündigte ein Markensprecher auf Nachfrage an.

Ganze 25 der rund 59.000 betroffenen Exemplare sind laut KBA bei uns registriert. Ihnen drohen der Behörde zufolge „Fehlfunktionen des Airbags“ aufgrund des Eintritts von Kondenswasser in das Steuergerät. Die nordamerikanischen Vertragsbetriebe beginnen Ende Januar mit der Reparatur an SUV aus dem Bauzeitraum Mai 2020 bis März 2021. Sie überprüfen den Abflussschlauch der Klimaanlage. Ist der verstopft, tauschen sie das Airbag-Steuermodul. Die Maßnahme mit dem internen Code „87H4“ soll etwa eine Stunde dauern.

Mehr Relevanz für den VW-Heimatmarkt haben diverse Bremsenrückrufe. Schon Mitte September startete eine Maßnahme für 4.240 Exemplare des Passat und Arteon. Seitdem prüfen Werkstattmitarbeiter binnen einer Stunde die Druckeingangsstange zwischen dem Bremskraftverstärker und dem Bremspedal und ziehen sie bei Bedarf nach. Sollte sich diese Verbindung lösen, könne es zu einer „eingeschränkten Funktionalität der Fahrerfußbremsung“ kommen, so der Unternehmenssprecher.

Serie ähnlicher Rückrufcodes

Die Aktion „47R3“ war bzw. ist hierzulande für 1.563 Einheiten aus dem Bauzeitraum 15. November 2019 bis 12. Mai 2021 vorgesehen. Weitere Aktionscodes zur gleichen Fehlermeldung gibt es bei Audi für den A3 und Q3 (Code „47R5“) und bei Skoda für den Superb („47R6“). Hier geht es aber nur um einige wenige Fahrzeuge. Ähnliche Aktionskürzel existieren auch für den Audi E-Tron. Die Maßnahmen „47R1“ und „47R7“ werden durch einen möglichen „Ausfall der Bremskraftverstärkung, des ABS und ESP“ verursacht, wie das KBA im vergangenen August bzw. Oktober meldete. Die rund 400 bei uns betroffenen Halter können sich unter der Rufnummer 0800/28347378423 über die Rückrufe informieren.

Mit 142 Einheiten im In- und weiteren 200 im Ausland ist auch der Rückruf „19Q5“ als eher übersichtlich zu bezeichnen. Hier geht es um die Bremsleitung im VW Tiguan Allspace. Ist die im Bereich des rechten vorderen Radkastens unzureichend verschraubt, könnte Bremsflüssigkeit austreten. Die Verzögerungsleistung wäre dann beeinträchtigt. Die betroffenen SUV stammen aus Mexiko und liefen dort zwischen 6. September und 8. Oktober 2021 vom Band. Die Prüfung und Neuverlegung der Leitung dauert maximal 2,5 Stunden.

Drei Polos verlieren Schiebedach

Die jüngste Behördenmeldung stammt vom Jahresende. Bei 2.252 VW Polo wurde demnach zwischen 10. August und 9. Dezember 2021 der Rahmen des Panorama-Schiebedachs nicht mit dem Dach der Karosserie verklebt. Weltweit sind laut KBA drei Vorfälle bekannt, bei dem sich das Schiebedach während der Fahrt vom Dach löste. „Es kam zu geringen Sachschäden“, bilanziert Flensburg. Zur Dauer des Checks des Schiebedachrahmens, der unter dem Kürzel „60F2“ bei 172 Einheiten in Deutschland stattfindet, liegt noch keine Zeitangabe vor.

Nachtrag 9.2.:

Drei weitere Einträge in der KBA-Datenbank befassen sich erneut mit dem Atlas bzw. Teramont, wie er auf anderen Märkten heißt. Es geht zweimal um Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2018 und einmal um den Bauzeitraum 2017 bis 2019. „Es kann unter bestimmten Umständen die Motorsteuergerätesoftware zu einer thermischen Belastung und vorzeitigen Alterung des Katalysators führen“, heißt es in allen drei Warnhinweisen.

Den größten Umfang weltweit hat der Rückruf mit dem internen Kürzel „24FK“. Ein Softwareupdate des Motorsteuergerätes ist für 114.133 Einheiten vorgesehen, davon 55 in Deutschland. Es bewirkt laut der Ankündigung eine Reduzierung der Abgastemperatur und soll so die Wirkungsweise des Katalysators verbessern.

Zum Aktionscode „26N6“ ist ebenfalls eine Abhilfemaßnahme genannt: „Einbau einer neuen Abgasanlage mit Katalysator und Aktualisierung der Software des Motorsteuergerätes“. Dies gilt für weltweit für rund 40.000 SUV mit Sechszylinder-Ottomotor, davon 256 Grauimporte in Deutschland. Zum Aktionscode „26M4“ liegt keine Info zur Abhilfemaßnahme vor. Hier geht es weltweit um 64.259 Einheiten, davon 40 bei uns. Fragen hierzu beantwortet die Hotline unter 0800/8655792436.

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