PSA: Sieben auf einen Streich

An den PSA-Modellen Peugeot Expert und Citroën Jumpy sowie deren Van-Ableger Traveller und Spacetourer gibt es diverse Probleme. Beim baugleichen Toyota Proace wurden die meisten Fehler wohl schon vor Auslieferung behoben.

Die Kleintransporter Baureihe von PSA: Peugeot Expert von vorne und Citroen Spacetourer von hinten, jeweils in silber.
Bilder: PSA

Mit insgesamt sieben Problemen hat(te) die Kastenwagen- bzw. Kleinbus-Baureihe von PSA zu kämpfen. In Deutschland meldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zwischen Ende Februar und Anfang Mai Rückrufe für die Modelle Peugeot Expert und Citroën Jumpy sowie deren Van-Ableger Traveller und Spacetourer. Vom Hersteller gab es keinerlei Informationen zu Hintergründen und Umfang der sicherheitsrelevanten Maßnahmen. Mit einer Ausnahme betreffen offenbar alle Aktionen eher kleinere Stückzahlen.

Der größte Rückruf wird nach unseren Informationen durch möglichen Feuchtigkeitseintritt in das Airbagmodul verursacht. Laut KBA führt eine Karosserieundichtigkeit zu Fehlfunktionen des zuständigen Steuergerätes. Ein Airbag könnte dadurch unerwartet auslösen. Die betroffenen Fahrzeuge verließen zwischen Oktober 2015 und Oktober 2016 das Werk. Im Rahmen der Aktionen „NYM“ und „NXB“ (Citroën) bzw. „HQA“ und „HNW“ (Peugeot) wird das Steuergerät auf Feuchtigkeit überprüft und ggf. ausgetauscht. Zudem erhalten die Fahrzeuge eine zusätzliche Abdichtung.

Probleme an Bremsen, Fahrwerk und Lenkung

Ein weiterer Rückruf betrifft ebenfalls u.a. den Airbag. Nicht korrekt verschraubte Elektroanschlüsse können laut KBA zum Ausfall der Airbags und/oder des Motors führen. Die betroffenen Fahrzeuge liefen zwischen Mai und August 2016 vom Band. Die Vertragswerkstatt prüft die Verschraubung und korrigiert sie bei Bedarf. Weiterhin kann durch einen Montagefehler am Bremspedal Luft in den Bremsservo gelangen, was die Funktion des Bremsassistenzsystems negativ beeinflussen könnte. Dies wird bei Fahrzeugen des Bauzeitraums April bis Juni 2016 überprüft und der Bremsservo ggf. getauscht.

Weitere Probleme betreffen Lenkung und Fahrwerk. Einigen zwischen Juni und September des vergangenen Jahres produzierten Modellen droht ein Verlust der mechanischen Kopplung zwischen einem falsch montierten Entlüftungsventil und der Lenkstange. Aktion „NYH“ bzw. „HPW“ sieht die Überprüfung und bei Bedarf den Tausch der Lenkstange vor. Bei wenigen Expert/Traveller und Jumpy/Spacetourer, die zwischen Januar und Juni produziert wurden, können sich außerdem die Befestigungen der vorderen Stoßdämpfer lösen. Die Halterung wird im Rahmen der Aktion „NYF“ und „HPU“ ersetzt.

Nur ein Rückruf für Toyota Proace

Radverlust lautet ein weiteres Worst-Case-Szenario. Zwischen Februar und September 2016 wurden bei einigen der genannten PSA-Modellen die Radbolzen falsch angezogen. Dies wird überprüft und ggf. korrigiert, bzw. Radbolzen und Räder wenn nötig ausgetauscht. Last but not least kann eine falsch positionierte Dichtung im Bereich des Einfüllstutzens zum Kraftstoffverlust führen. Hiervon betroffene Modelle wurden zwischen Februar und Juli 2016 gebaut. Wenn der Tank voll ist oder wenn das Fahrzeug umkippt, könnte es Treibstoff verlieren. Der Einfüllstutzen wird gecheckt und die Abdichtung wieder hergestellt. Die Codes der Aktionen lauten in diesem Fall bei Citroën „NVF“, bei Peugeot „HLZ“.

Von allen Rückrufen ist außerdem der im gleichen Werk gebaute Toyota Proace (Verso) betroffen. Hier konnten aber offenbar die meisten Probleme durch einen Auslieferungsstopp schon vor Übergabe an den Kunden behoben werden. Das KBA listet in seiner Datenbank für das Modell nur den erstgenannten Rückruf wegen Karosserieundichtigkeit.

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