Die sechs wichtigsten Fakten zur Rückrufaktion 617 für Triumph Motorräder

Einige in 2022 gebaute britische Motorräder vom Typ Trident und Tiger Sport bergen ein Sicherheitsrisiko. Aufgrund eines möglichen Defekts an der Vorderradaufhängung besteht erhöhte Sturzgefahr.

Eine silber-rote Triumph Trident steht 2020 vor einem Betongebäude.
Bild: Triumph Motorcycles

Triumph ruft weltweit rund 1.600 Motorräder wegen erhöhter Sturzgefahr zurück, davon knapp 100 in Deutschland. Dies hat ein Sprecher der Triumph Motorrad Deutschland GmbH auf Anfrage bestätigt. Zudem hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Aktion am vergangenen Donnerstag in seiner Rückruf-Datenbank veröffentlicht.

1. Was ist der Grund für den Rückruf?

Der Grund für den Rückruf ist laut dem Sprecher ein Bearbeitungsfehler, der zu einem unterdimensionierten Gewinde an der Außengabel führt. „Die Gewinde an bestimmten Gabelkappen können ausreißen, was dazu führt, dass sich die Kappe vom Gabelaußenrohr ablöst“, heißt es. Dies könne zum Reißen des Gewindes in den Gabelkappen führen, wodurch sich diese lösen können.

2. Welche Gefahr besteht?

„Eine gelöste Gabelkappe kann die Funktion der Vorderradaufhängung beeinträchtigen und zu einem Sturz führen“, erklärte der Sprecher. Eine defekte Gabelkappe, die sich nicht vom äußeren Gabelbein gelöst habe, beeinträchtige dagegen nicht die Funktion der Vorderradaufhängung, betonte er weiter. Sie funktioniere dann weiterhin korrekt. Bislang seien auch keine Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden aufgrund des Problems bekannt.

3. Welche Modelle sind betroffen?

Der Rückruf ist für die Modelle Tiger Sport 660 (35KW), Tiger Sport 660 (60KW), Trident 660 (35KW) und Trident 660 (60KW) vorgesehen. Der Modellcode der Maschinen lautet „L101“, die Typgenehmigungsnummern „e9*168/2013*11674*01“ und „e9*168/2013*11675*00“. Die Fahrzeuge stammen aus dem Produktionszeitraum 19. April bis 1. Juni 2022. Weltweit sind exakt 1.594 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland sind es vermutlich 98.

4. Was ist die Abhilfemaßnahme des Herstellers?

Triumph hat angekündigt, dass die Gabelkappen auf ihre Chargennummer überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Dies dauert nach unseren Informationen zwischen 15 und maximal 75 Minuten. Der interne Hersteller-Code der Aktion lautet „SB617“.

5. Wie werde ich über den Rückruf informiert?

Das KBA überwacht die Aktion. Betroffene Kunden müssen also nicht selbst tätig werden, sondern werden durch Triumph Motorrad Deutschland angeschrieben. Dabei nutzt das Unternehmen den Versandservice des KBA. Die Behörde verfügt über die passenden Halterdaten. Zu einem späteren Zeitpunkt muss der Hersteller gegenüber der Behörde zudem den Nachweis erbringen, dass die Kontrolle bzw. Reparatur bei allen in Deutschland registrierten Fahrzeugen erfolgt ist.

6. Wie kann ich sofort überprüfen, ob mein Motorrad betroffen ist?

Wer sofort wissen will, ob das eigene Motorrad Teil des Rückrufs ist, sollte auf der Herstellerseite nachsehen und/oder einen Vertragshändler kontaktieren. In beiden Fällen benötigen Sie die Fahrgestellnummer (FIN). Diese steht im Serviceheft des Motorrads, in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) oder am Motorrad selbst. Bei Triumph ist sie in der Regel auf einer Plakette im Bereich des Lenkkopfes zu finden.

Weitere Rückrufaktionen von Triumph finden Sie auch in der Markenübersicht dieses Blogs.

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