Mehrere Rückrufaktionen: Diese BMW-Motorräder müssen in die Werkstatt

Insgesamt rund 13.000 Maschinen rufen die Münchner weltweit wegen möglicher Probleme mit dem Starterrelais und den vorderen Federbeinen zurück. Hinzu kommen einige Gepäckkoffer, die als Zubehör angeboten wurden.

BMW R 1300 GS auf einer Landstraße. (10/2023)
Bild: BMW Group

BMW Motorrad hat in den vergangenen Wochen mehrere Rückrufaktionen angekündigt. So holen die Münchener weltweit 11.902 Exemplare des Modells R1300GS in die Vertragsbetriebe. Bei der Reiseenduro aus dem Bauzeitraum Mai 2023 bis Januar 2024 besteht erhöhte Brandgefahr, auch nach dem Abstellen des Fahrzeugs. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurde bisher ein Brandfall gemeldet, bei dem jedoch keine Personenschäden entstanden sind.

Ursache für den Rückruf ist ein Fehler im Starterrelais. Die Abdichtung des Relais‘ ist möglicherweise nicht ausreichend, wodurch Feuchtigkeit in das Bauteil eindringen kann. Dies kann unter bestimmten Bedingungen zur Korrosion interner elektrischer Kontakte führen, wodurch das Relais überhitzen und schmelzen könnte. Die deutschen Vertragsbetriebe ersetzen es daher bei 1.956 Maschinen. Die Rückrufaktion mit dem internen Code „0000612000“ wird vom KBA überwacht.

Ob dies auch für den Rückruf „0000334700“ gilt, ist vom KBA noch nicht final geklärt. Die Aktion ist deutlich kleiner: Weltweit sind 849 BMW-Motorräder betroffen, davon vermutlich 52 in Deutschland. Die im vergangenen August und September gebauten Modelle K1600B, K1600GT, K1600GTL und R1250RT (für die Modelle R1250R und R1250RS finden offenbar gleichzeitig Serviceaktionen statt) könnten ein Problem mit den Federbeinen bekommen.

„Die Verschraubung zwischen Ventilgehäuse und Dämpferteller an den Federbeinen vorne und hinten kann sich lösen“, warnt das KBA. Dies könne die Fahrstabilität beeinträchtigen, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Als Abhilfemaßnahme werden die Federbeine geprüft und gegebenenfalls ersetzt. Zur Dauer der Reparaturen in der Werkstatt liegen noch keine Infos vor.

Zubehör-Rückruf für BMW R1300GS

Bislang nur in Nordamerika veröffentlicht wurde der Rückruf von optional erhältlichen Topcases für die BMW R1300GS. Sie wurden zwischen dem 24. Juni 2023 und dem 31. Januar 2024 produziert und stehen mit der Teilenummer 77439443542 im Zubehörkatalog. Die Verriegelungsklappe, mit der das Topcase am Gepäckträger befestigt ist, ist möglicherweise nicht ordnungsgemäß gesichert, auch wenn es so aussieht. Infolgedessen kann sich das Topcase während der Fahrt vom Motorrad lösen.

BMW-Vertragsbetriebe sollen den Verriegelungsmechanismus der betroffenen Topcases überarbeiten. Zusätzlich wird die Beschreibung des Verriegelungsvorgangs im Handbuch konkretisiert, und ein aktualisierter Anhang mit den neuen Anweisungen wird jedem überarbeiteten Topcase beigefügt. Ein Aktionscode zu diesem Rückruf ist noch nicht überliefert.

Nachtrag 11.4.:

Der Zubehör-Rückruf ist nun auch vom KBA in seiner Datenbank aufgenommen worden. Über 3.300 Exemplare der BMW R1300GS mit einem Vario Topcase aus dem Herstellungszeitraum 2.6.2023 bis 15.2.2024 müssen demnach in Deutschland zu einer Nacharbeit der Verriegelung in die Vertragswerkstatt. Weltweit sind es 18.215 Reiseenduros. Problem: „Der Schlüssel kann abgezogen werden, obwohl die Verriegelungsklappe des Topcases nicht richtig verschlossen wurde. Das Topcase ist in diesem Fall nicht sicher am Fahrzeug befestigt und kann in den Verkehrsraum fallen“. Die Behörde spricht von einem bekannten Fall, in dem ein Topcase abgefallen ist – „ohne Schadensfall oder Unfall“. Der Aktionscode des Herstellers lautet „0000770300“

Nachtrag 17.4.:

Das KBA hat einen weiteren Aktionscode für die R1300GS veröffentlicht: „0000770400“. Hier geht es um den linken und rechten Variokoffer mit den Sonderzubehör-Teilenummern 77419443543 und -4 (ECE), 77419444361 und -2 (US/CA), sowie  77 414B0C3D9 und -E0 (ECE) aus dem Herstellungszeitraum 7.6.2023 bis 15.3.2024. „Die Kofferdeckel der Variokoffer können möglicherweise nicht richtig verriegeln, sodass sich dieser während der Fahrt öffnen und abfallen kann“, heißt es im Warnhinweis. Flensburg kündigt einen Ersatz der Schließhaken und Scharniere am Verriegelungsmechanismus des Variokoffers an. Dies gilt weltweit für rund 22.000 Maschinen, davon 4.224 in Deutschland.

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