Fehlerhafte Notruffunktion bei Mercedes: Rückrufe mit und ohne Werkstattbesuch

Im Zusammenhang mit einer neuen Aktion wegen eines möglichen Ausfalls des SOS-Taste in der Dachbedieneinheit ist noch eine ältere Maßnahme für die S-Klasse nachzutragen.

Dachbedieneinheit eines Mercedes EQS 580 aus 2021.
Bild: Mercedes-Benz AG

Rückrufaktionen, bei denen kein Werkstattbesuch eingeplant ist, gibt es zwar schon seit 2018. Doch auch im Jahr 2022 können oder wollen nicht alle Kunden ein Softwareupdate „over the air“ (OTA) auf ihr Fahrzeug aufspielen lassen. Das geht aus einer Antwort der Mercedes-Benz AG auf eine schon länger bekannte Maßnahme mit dem internen Herstellerkürzel „5497434“ hervor.

„Die Maßnahme wurde auf zwei Codes aufgeteilt: einmal für die Fahrzeuge, die über OTA ein Update erhalten können und zum zweiten die Fahrzeuge, die darüber nicht erreicht werden können und daher die Maßnahme in der Werkstatt durchgeführt werden muss“, sagte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Die beiden neuen Kennungen lauten „5497437“ und „5499510“.

Im konkreten Fall geht bzw. ging es um weltweit rund 42.000 Exemplare der S-Klasse aus dem Produktionszeitraum April 2020 bis Juli 2021. Die Warnung vor einer „eingeschränkten Funktion des Notrufsystems“ durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) stammt bereits aus dem vergangenen Sommer.

Konkret bedeutete dies, dass das Kommunikationsmodul erfolglos versuchen konnte, einen automatischen oder manuellen Notruf abzusetzen. Außerdem konnte je nach Land auch die Datenübertragung z. B. zur Fahrzeugposition eingeschränkt sein. Ersthelfer wären so nicht in allen Fällen zuverlässig zum Fahrzeug geleitet worden.

Neuer Rückruf: Möglicher Ausfall der manuellen Notruffunktion

Aktueller ist dagegen ein weiteres Problem mit dem Kommunikationsmodul. Es betrifft aber nur die manuelle Notruffunktion in der Dachbedieneinheit, wie der Unternehmenssprecher betonte. Werde eine Betätigung der SOS-Taste vom Modul nicht erkannt, „würden keine Sprachverbindung zur Notrufzentrale aufgebaut und keine Fahrzeugdaten übertragen werden“.

Die Maßnahme „5496314“ sieht diesmal offenbar kein OTA-Update vor. „Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Aktualisierung der Software der Dachbedieneinheit wird ca. 30 Minuten in Anspruch nehmen“, so der Sprecher. Die Ankündigung gilt ihm zufolge für C- und S-Klasse, sowie für den EQS aus dem Produktionszeitraum Oktober 2020 bis August 2021. Das KBA weist für Deutschland allerdings nur 478 Einheiten der C-Klasse als betroffen aus.

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