Mercedes-Rückruf: Kommt die Aktion „9190101“ auch nach Deutschland?

US-Behörden melden eine erhöhte Brandgefahr in über 100.000 Exemplaren der Modellreihen GLE und GLS. Inzwischen ist die Aktion auch für den Heimatmarkt bestätigt.

Ein Mercedes-AMG GLE 53 4MATIC+ (2019), selenitgrau, fährt auf einer Bergstraße um die Kurve.
Bild: Daimler AG

Update: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den Rückruf auch für Deutschland bestätigt (s. Nachtrag unten)!

Die Mercedes-Benz AG ruft SUV der Baureihe 167 (GLE und GLS) aus den Modelljahren 2020 bis 2024 zurück. Die betroffenen Fahrzeuge wurden zwischen dem 20. Juni 2017 und dem 5. Januar 2023 produziert. Bislang ist die Maßnahme nur für Nordamerika bestätigt. Allein dort müssen über 130.000 Einheiten in die Vertragsbetriebe.

Welche Sicherheitsgefahr besteht?

Die 48-Volt-Massestelle unter dem Beifahrersitz könnte sich lösen, was zu einem erhöhten elektrischen Widerstand führen kann. In Verbindung mit hohen elektrischen Strömen besteht die Gefahr einer Überhitzung, was zu einem erhöhten Brandrisiko führt.

Was ist die Ursache des Problems?

Nicht näher definierte Abweichungen im Produktionsprozess könnten dazu führen, dass die korrekte Verschraubung der Massestelle beeinträchtigt wurde und sie sich im Lauf der Zeit lockert. Eine Untersuchung des Herstellers ergab laut US-Verkehrssicherheitsbehörde, dass bereits ab Juni 2022 Kunden von Warnmeldungen im Zusammenhang mit Batterieproblemen berichteten. Dem Hersteller sind nach eigenen Angaben 31 Erfahrungsberichte zu diesem Thema bekannt, die zwischen dem 2. August 2022 und dem 20. November 2023 eingegangen sind. Berichte über Sachschäden, Todesfälle, Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Defekt lägen aber nicht vor.

Wie behebt Mercedes das Problem?

Autorisierte Mercedes-Benz-Betriebe werden den Bodenanschluss überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Anschließend vermerken Sie die Durchführung der Reparatur in den internen Systemen unter der Kennung „9190101“. Zur Dauer des Werkstattaufenthalts liegen noch keine Informationen vor.

Wie erkenne ich, ob mein Fahrzeug betroffen ist?

Bislang ist der Rückruf für Deutschland noch nicht bestätigt. Es gab aber bereits 2022 eine ähnliche Aktion (Kennung: „5491807“), die auch bei uns lief. Es ist also hierzulande ebenfalls mit einem Aktionsstart zu rechnen. Besitzer werden automatisch benachrichtigt, wenn ihr Fahrzeug von dieser Maßnahme betroffen ist. Die Händler erhalten am 22. März Infos über die bevorstehende Arbeit. Die Benachrichtigung der US-amerikanischen Fahrzeugbesitzer soll laut Behörde vor dem 14. Mai erfolgen.

Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um das Problem in der Produktion zu beheben?

Ab dem 9. Januar 2023 wurde laut Hersteller ein zusätzliches Messgerät (Lehre) zur Überprüfung des Bodenanschlusses eingeführt, um sicherzustellen, dass dieses Problem nicht mehr auftritt. Die neue Sechskantmutter mit Flansch trägt die Teilenummer „A0029906850“, der passende Bolzen die Nummer „A0009915303“.

Nachtrag 11.4.:

Wie viele Fahrzeuge sind in Deutschland betroffen?

Wie prognostiziert, ist der Rückruf auch für den Heimatmarkt von Mercedes relevant. Das KBA hat heute die betroffene Stückzahl hierzulande veröffentlicht. Demnach umfasst die Aktion „9190101“ bei uns 11.201 Einheiten. Weltweit müssen rund 341.000 SUV in die Mercedes-Betriebe.

Das sagt der Hersteller:

Ein Sprecher der Mercedes-Benz AG hat dieses Statement übermittelt:

„Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass sich bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihen GLE und GLS (BR 167) die 48V-Massestelle unter dem Beifahrersitz gelöst haben könnte. In diesem Fall wäre der Kabelschuh der Masseleitung nicht korrekt fixiert. Dadurch könnte sich der elektrische Übergangswiderstand an dieser Verbindungsstelle erhöhen. In der Folge könnte aufgrund der hohen elektrischen Ströme, die durch diese Verbindung fließen können, die Temperatur in diesem Bereich ansteigen. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Prüfung und ggf. Nacharbeit der Verschraubung der Massestelle wird bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen“.

 

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