PSA-Rückruf: Erst Dementi, dann Bestätigung

Seit 12. November laufen hierzulande die Aktionen mit den internen Codes "HFC" und "JZR". Das KBA nennt 47.000 hierzulande betroffene Autos, der Hersteller weniger. Immens ist laut Behörde die Zahl der weltweit zu überprüfenden Citroën, DS und Peugeot.

Ein roter DS4 fährt 2014 über einen Platz.
Bild: PSA

Nachdem die deutsche Pressestelle des PSA-Konzerns einen Rückruf wegen eines möglichen Problems mit dem Bremskraftverstärker zunächst dementiert hat, ist die Existenz der Aktionen “HFC” (Citroën/DS) und “JZR” (Peugeot) nun auch von Herstellerseite bestätigt. Sie seien am 12. November in Deutschland angelaufen, erklärte ein PSA-Sprecher auf neuerliche Anfrage. Allerdings bezifferte er die Anzahl der hierzulande einbestellten Fahrzeuge deutlich niedriger als das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Er sprach von etwas über 19.500 Einheiten, die Behörde nennt in ihren Warnhinweisen in Summe eine Stückzahl von 47.000.

Imposant ist die vom KBA ebenfalls ausgewiesene Zahl der weltweit betroffenen Autos. Demnach geht es um über 370.000 Exemplare des Peugeot Partner, 208, 2008, 308, 3008 und 5008. Außerdem müssen sich rund um den Globus über 160.000 Halter eines Citroën Berlingo, C3, C3 Picasso, C4, C4 Cactus und C4 Picasso, sowie eines DS3 und DS4 (Foto) auf einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch einstellen. Die Autos liefen zwischen März 2013 und April 2017 vom Band und werden von dem 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Turbolader angetrieben.

Das kommunikative Hin und Her scheint auch vielen Kunden der drei Fabrikate bekannt vorzukommen, wie aus einem Peugeot-Forum hervorgeht. Dort ist bereits seit Sommer 2019 vom starken Abrieb am Zahnriemen und daraus folgender Beeinträchtigung der Vakuumpumpe samt Bremskraftverstärker die Rede. Viele äußern Unverständnis dafür, dass es sich bislang nicht um einen offiziellen Rückruf handelte, sondern beim Hersteller um Kulanz gebeten werden musste. Nun stuft das KBA die Maßnahme als überwachte Aktion ein, d.h. ohne Reparatur droht mittelfristig eine Stilllegung des Fahrzeugs.

Der Behörde sind immerhin 15 Schadensfälle und zwei Unfälle ohne Personenschaden aufgrund des Problems bekannt. Für einige Foristen liegt der mögliche Grund in einer falschen Materialwahl des im Ölbad laufenden Zahnriemens. Zudem spekulieren sie über eine Unverträglichkeit mit dem E10-Kraftstoff. Der Konzernsprecher nannte in seinem Statement keine technischen Details. Er erklärte lediglich, dass bei sechs Prozent der betroffenen Fahrzeuge das Schadensbild vorkommen könne und dann Ölpumpe, Zahnriemen und evtl. weitere Teile ausgetauscht würden.

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