Tesla: Rückrufankündigungen zum Jahresende

Aufgrund fehlerhaft verschraubter Fahrwerkskomponenten kann es bei 77 in Deutschland zugelassenen Model 3 und Model Y zu einem Verlust der Fahrstabilität kommen. Nachzutragen sind für beide Baureihen zudem noch zwei Aktionen aus dem Sommer.

Ein blauer Tesla Model Y der ersten Generation fährt auf einer Küstenstraße.
Bild: Tesla Inc.

Kurz vor Weihnachten kamen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch zwei Warnmeldungen zu Tesla-Modellen. Damit haben es übers Jahr gesehen immerhin vier der inzwischen elf (s. Nachtrag unten) von der US-Verkehrssicherheitsbehörde veröffentlichten Tesla-Rückrufankündigungen in die Behördendatenbanken geschafft.

Zu vernachlässigen dürfte dabei der Aktionscode „21-20-006“ für das Model 3 sein, angesichts von sieben weltweit betroffenen Fahrzeugen. An Deutschland wird dieser Rückruf somit wohl vorbeiziehen. Eine Bestätigung hierfür bei der deutschen Pressestelle von Tesla gab es aber wegen Urlaubsabsenz nicht. Der Tesla-Kundendienst überprüft bei den zwischen 20. September und 30. Dezember 2020 gebauten Elektroautos den linken und rechten Seitenairbag und richtet sie bei Bedarf neu aus.

Zum ebenfalls neu gestarteten Rückruf „SB-21-31-003“ für Model 3 und Model Y (Foto) aus dem Produktionszeitraum 3. Januar 2019 bis 4. Juni 2021 liegen dagegen Stückzahlangaben des KBA vor. Flensburg meldet weltweit 4.200 betroffene Exemplare, davon 77 in Deutschland. Konkret können sich die beiden Befestigungen der Querlenker der Vorderradaufhängung vom Hilfsrahmen lösen, wodurch sich die Radausrichtung ändern würde. Die Verbindungselemente werden überprüft, nachgezogen oder ersetzt. Dies dauert nach unseren Informationen maximal etwas über 3,5 Stunden.

Zwei Rückrufe starteten schon im Sommer

Nachzutragen aus dem Sommer sind noch zwei Rückrufe, bei dem nur zu einem eine Stückzahlangabe des KBA vorliegt. Erneut geht es in beiden Fällen um das Model 3 und Y. Hierzulande sind es im ersten Fall 155 Einheiten von insgesamt 7.930. Sie verließen zwischen 6. Juli 2018 und 21. März 2020 das Werk. Die vorderen Sicherheitsgurte wurden womöglich nicht korrekt an der B-Säule befestigt und benötigten daher einer Kontrolle und ggf. einen Austausch. Zeitaufwand der inzwischen weitgehend abgearbeiteten Maßnahme „SB-21-20-001“: Maximal 15 Minuten.

Die Aktion „SB-21-33-002“ kümmerte sich bei den beiden Baureihen um die Schrauben zur Befestigung der Bremssättel an den Achsschenkeln. Sie wurden bei den zwischen 16. Dezember 2018 und 17. Januar 2021 gebauten E-Modellen im Rahmen eines halbstündigen Werkstattaufenthalts mit dem richtigen Drehmoment angezogen oder ersetzt. Laut Zahlen aus dem Ausland betraf dies weltweit fast 12.000 Tesla-Halter. Auch dieser Rückruf dürfte inzwischen fast vollständig erledigt sein. In allen Fällen lässt sich dies auf einer vom Hersteller eingerichteten Seite im Internet durch Eingabe der Fahrgestellnummer überprüfen.

Nachtrag:

Zeitgleich mit dem Verfassen dieser Meldung sind in den USA zwei weitere Rückrufmeldungen für das Model 3 und Model S veröffentlicht worden. Mehr dazu hier.

Nachtrag 7.1.2022:

Die KBA-Datenbank enthält inzwischen auch Daten zur Aktion „SB-21-33-002“. Der Eintrag datiert vom 2.7.2021, war aber zum Jahresende dort noch nicht auffindbar. Die Behörde meldet 529 betroffene Halter in Deutschland.

Nachtrag 11.1.:

Tatsächlich ist eines der sieben Exemplare des Model 3, die im Rahmen der Aktion „SB-21-20-006“ zurückgerufen werden, in Deutschland registriert. Dies meldet das KBA seit gestern und warnt vor einem verdrehten Vorhang-Seitenairbag, der „das Risiko eines Herausschleuderns oder einer Verletzung der Insassen erhöhen könnte“.

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