Thule-Rückruf: Camper, bitte melden!

Eine Markise für Reisemobile könnte ungewollt ausrollen – auch während der Fahrt. Kunden werden derzeit aufgefordert, per Telefon oder im Internet ein Sicherungsset anzufordern. Parallel läuft auch die klassische Halterermittlung über die Behörden

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Bild: Thule Group / Screenshot: Thule.com

Der Zubehörhersteller Thule ruft eine für Reisemobile und Wohnwagen konzipierte Markise zurück, weil sie sich aufgrund einer fehlerhaften Sicherung selbsttätig ausrollen könnte. „Wenn sich die Markise während des Fahrzeugbetriebs öffnet, kann dies ein schweres Sicherheitsrisiko für den Endkunden darstellen“, teilt der Hersteller auf einer extra für die Maßnahme eingerichteten Internetseite mit. Dort sollen Nutzer ein Registrierungsformular ausfüllen. Sie erhalten dann ein Sicherungsset zugeschickt, mit dem die Markise provisorisch bis zur endgültigen Fehlerbeseitigung befestigt werden kann.

Betroffen von dem Rückruf sind Thule Omnistor-Markisen vom Typ TO 8000 und TO 9200, die mit einem 220-V-Rohrmotor ausgestattet sind und ein Herstellungsdatum zwischen dem 1. Juni 2016 und 30. Juli 2019 haben (eingetragen auf dem abgebildeten Produktionsetikett). Die Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) weist die Fehlermeldung allerdings nicht nur für Thule aus. Gelistet sind auch die Fabrikate Carthago, Concorde, Dethleffs, Knaus Tabbert, Morelo, Phoenix, sowie Niesmann und Bischoff. Die fehlerhaften Produkte sind also zumindest bei einigen neuen Modellen aus diesem Zeitraum ab Werk montiert.

Zudem sei der Rückruf auch für Kunden relevant, deren Markise mit einem 220 V Rohrmotor aus dem genannten Bauzeitraum nachgerüstet wurde oder deren Rohrmotor bei einem Werkstattaufenthalt zwischen dem 1. Juni 2016 und dem 31. August 2019 ausgetauscht wurde, heißt es in der Mitteilung an die Kunden. Sämtliche Markisen mit manueller Bedienung per Kurbel und Markisen mit 12V-Motorantrieb sind dagegen nicht Bestandteil der Aktion, wie Thule betont.

„Wir ermitteln derzeit gemeinsam mit Reisemobilherstellern, Fachhändlern und dem Kraftfahrt-Bundesamt alle Adressen der betroffenen Fahrzeughalter. Sobald uns die tatsächliche Halteradresse vorliegt, werden wir automatisch ein entsprechendes Anschreiben zusammen mit einem Sicherungsset versenden“, kündigte das schwedische Unternehmen Ende September an. Zahlreiche Kunden haben dieses Set wohl bereits erhalten. Es lässt sich aber auch über eine Hotline bestellen. Unter der Telefonnummer 0800/6060646 können Kunden zudem Fragen zur Aktion loswerden.

Zwei Stunden Werkstattaufenthalt

Zur Anzahl der fehlerhaften Markisen wollte sich ein Thule-Sprecher auf Anfrage nicht äußern. Das KBA weist in seiner Fehlermeldung weltweit 8.747 Exemplare aus, davon knapp 5.100 in Deutschland. Ob dies tatsächlich alle betroffenen Markisen sind oder nur die von Thule als Ersatz- bzw. Nachrüstteil vertriebenen Produkte, ist unklar. Lediglich eine Sprecherin der Erwin Hymer Group wurde bislang konkreter: „Insgesamt sind bei Niesmann und Bischoff 1.084 Fahrzeuge und 33 Markisen betroffen, die wir über unseren Teileservice verkauft haben. Dethleffs hat ebenfalls 1.129 betroffene Markisen. Hiervon sind 1.100 ab Werk montiert.“ Eine Markise sei aber nie serienmäßig verbaut. „Entweder sie wird separat als Sonderausstattung bestellt oder sie ist Bestandteil eines Pakets, welches aber auch zusätzlich bestellt werden muss“, erklärte die Sprecherin.

Ursache der Gefahr ist laut Mitteilung ein defektes Verbindungselement zwischen Markisenrohrmotor und Tuchwelle. „Die Instandsetzung kann in jeder Fachwerkstatt erfolgen. Zusätzlich stellt Thule an verschiedenen Servicecenter-Standorten eigene Serviceteams bereit“, ergänzte der Thule-Sprecher auf Nachfrage. Der Tausch des Verbindungselements dauert seinen Angaben zufolge zwischen zwei und 2,5 Stunden.

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