Vespa-Rückruf: Chemische Reaktion in der Bremsleitung

Die Versionen GTS 125 und 300, sowie GTV 300 des Kultrollers müssen für etwa 100 Minuten in die Werkstatt. Von den über 31.100 weltweit betroffenen Exemplaren müssen 7.851 in deutsche Partnerwerkstätten.

Eine türkise Vespa GTS 300 steht 2019 auf einem italienischen Dorfplatz.
Bild: Piaggio / Lulop.com

Ein neuer Piaggio-Rückruf dreht sich diesmal um den Klassiker Vespa, konkret um die Modelle GTS 125 und 300, sowie GTV 300. Aus einem Warnhinweis italienischer Behörden geht hervor, dass bei Rollern aus dem Bauzeitraum 3. Oktober 2018 bis 5. Juli 2019 die Bremsleistung abnehmen könnte.

Schuld ist eine chemische Reaktion in der Bremsleitung. Durch eine fehlerhafte Galvanisierung der Anschlüsse könnte Wasserstoff in die Bremsflüssigkeit austreten. Dadurch könnte sich wiederum der Bremshebelweg verlängern. Der Einbau zusätzlicher Entlüftungsnippel und eine komplette Spülung des Bremssystems laufen unter dem Aktionscode “PP2ZZQ1904”.

Der Eingriff dauert etwa 100 Minuten und ist weltweit für über 31.100 Exemplare vorgesehen. In Deutschland sind einem Unternehmenssprecher zufolge 7.851 Fahrzeuge betroffen.

Nachtrag 30.10.:

Zu dem Problem existieren zwei weitere Rückrufcodes. Die Aktion “PP2ZZQ2002” ist nach unseren Informationen weltweit für 17.800 Einheiten der Dreiräder vom Typ MP3 (300, 350, 500) aktuell, die Aktion “PP2ZZQ2003_GTS” bzw. “-GTV” wieder für die Vespa GTS 300 und GTV 300. Hier geht es offenbar rund um den Globus um knapp 19.000 Roller aus dem Bauzeitraum 5. Mai bis 23. September dieses Jahres. Stückzahlangaben aus Deutschland liegen noch nicht vor.

Die Abhilfemaßnahme ist abhängig vom Fahrzeugalter. Krads, die jünger als 100 Tage sind, erhalten neue Bremsleitungen. Bei einem Alter von 101 bis 130 Tagen steht ein Wechsel der Bremsflüssikeit und eine Entlüftung der Bremsanlage an. Dies gilt auch für Maschinen, die älter als 130 Tage sind, allerdings nur, wenn zuvor ein Test des O-Rings negativ verlaufen ist.

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