Rückrufe und Serviceaktion: Mehrere Fehler im Ford Kuga

Die größte Aktion lösen möglicherweise mangelhafte Einspritzventile aus. Zudem gibt es wieder Probleme mit dem Panoramaglasdach und bei Allrad-Modellen mit der Tankanzeige.

Ein roter Ford Kuga fährt 2020 auf einer Landstraße in den Bergen.
Bild: Ford-Werke GmbH

Zwei Rückruf- und eine Serviceaktion für den Kuga hat ein Sprecher der Ford Werke GmbH auf Anfrage bestätigt. Während die Serviceaktion mit dem internen Herstellercode „22B31“ bereits läuft, stehen die Starttermine für die sicherheitsrelevanten Rückrufe „22S58“ und „22S73″ noch nicht fest. Sie sollen aber im Laufe des Januars erfolgen.

Bei Ford Kuga mit Allradantrieb könnte aufgrund einer fehlerhaften Konfiguration des Kombi-Instruments die Restreichweite inkorrekt wiedergegeben werden, so dass der angezeigte Kraftstoffstand höher oder niedriger als erwartet sein kann“, erläuterte der Sprecher den Hintergrund der bereits laufenden Aktion. Dadurch werde möglicherweise das Aufleuchten der Warnanzeige wegen eines niedrigen Kraftstoff-Füllstands verhindert. Der Tank könne also überraschen leergefahren werden und das Fahrzeug liegen bleiben.

Die betroffenen Fahrzeuge erhalten ein Softwareupdate, um die korrekte Funktion der Tankanzeige sicherzustellen. In Deutschlang gehe es um 3.875 Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum 17. Januar bis einschließlich 29. Juli 2022. Im Ausland sind es nach unseren Informationen weitere 5.781. Eine Angabe zur Dauer des Werkstattaufenthalts gibt es nicht.

Das gilt auch für die beiden Rückrufe, da hier die Serviceanweisungen noch nicht vorliegen. Das den Rückruf „22S58“ auslösende Problem ist schon von anderen Aktionen bekannt. Die Reparaturanleitung dürfte sich also nicht sonderlich von früheren Aktionen unterscheiden. Bei 2.000 Kuga mit Panoramadach steht hierzulande somit eine Überprüfung der Haftung der Beschichtung des Dachrahmens an. Bei Bedarf verklebt der Vertragsbetrieb das Glasdach neu.

Fehlerhafte Einspritzventile in rund 13.400 Kuga

Ford seien drei Fälle bekannt, bei denen sich das Glasdach an in Europa zugelassenen Kompakt-SUV aus dem Bauzeitraum 19. April bis 18. Oktober 2021 von der Karosserie gelöst habe, so der Sprecher. Die mangelhafte Verklebung sei durch die Einwirkung von UV-Licht auf die Beschichtung des Panorama-Dachrahmens verursacht worden, erklärte er. Außerhalb Deutschlands müssen deshalb weitere rund 5.300 Kuga kontrolliert werden.

Zum anderen Rückruf „22S73“ liegen noch keine Auslandszahlen vor. In Deutschland müssen laut dem Sprecher 13.371 Halter eines Kuga mit 1,5-Liter-Ottomotor einen Boxenstopp einplanen, weil Kraftstoff im Motorraum austreten könnte. Zwischen 1. August 2019 und 8. November 2022 wurden im Drei-Zylinder-Aggregat möglicherweise fehlerhafte Einspritzventile verbaut. Sie dürften durch die Werkstattmitarbeiter überprüft und ersetzt werden.

Nachtrag 20.2.2023:

Zum Rückruf „22S73“ liegt nun der Eintrag in die Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts vor, die allerdings auch (noch) keine Angabe zum globalen Umfang enthält. Sie verdient dennoch Erwähnung, denn als Abhilfemaßnahme wird eine Aktualisierung der Motorsteuerungssoftware angekündigt, „um eine gerissene Einspritzdüse zu erkennen und in der Instrumentenanzeige für den Fahrer darzustellen“. Die Behörde spricht von „43 Sachschäden mit vier Verletzten außerhalb Europas“, die im Zusammenhang mit dem Mangel stehen.

Nachtrag 29.4.:

Inzwischen hat das KBA auch eine globale Stückzahl zum Rückruf „22S73“ veröffentlicht, sowie die betroffene Stückzahl bei uns erhöht. Weltweit sind demnach knapp 47.000 Autos betroffen (neben dem Kuga im Ausland auch der Bronco), davon etwas über 16.000 in Deutschland. Zudem wurde die Beschreibung der Abhilfemaßnahme nochmal präzisiert. Das Softwareupdate sorge auch dafür, dass im Schadensfall die Hochdruck-Kraftstoffpumpe deaktiviert werde, sowie „die Motorleistung reduziert, um die Temperaturen möglicher Zündquellen im Motorraum auch zu reduzieren“, heißt es in dem Gefahrenhinweis.

Und weiter: „Durch die Abschaltung der Hochdruck-Kraftstoffpumpe wird der Gesamtdruck im Kraftstoffsystem gesenkt und die potenzielle Leckrate einer gerissenen Einspritzdüse von voraussichtlich maximal 19 Liter/Stunde auf etwa 1 Liter/Stunde gesenkt. Die Werkstätten werden einen Schlauch einsetzen, durch den der Kraftstoff aus der Zylinderkopfablassöffnung abfließen kann, damit dieser nicht mit heißen Oberflächen am Zylinderkopf in Berührung gerät. Darüber hinaus werden die Werkstätten die Fahrzeuge auf einen vorhandenen Riss in den Einspritzdüsen untersuchen“.

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