VW ruft 80.000 E-Autos in den USA zurück

Wegen Problemen mit Software und Rückfahrkamera ruft Volkswagen in den USA fast 80.000 ID4-Modelle zurück. Zur Relevanz der Maßnahme mit der Kennung "919A" für europäische Kunden liegen noch keine Infos vor.

Ein Volkswagen ID.4 in der Farbe „Costa Azul“ steht 2023 auf eem obersten Deck eines Parkhauses.
Bild: Volkswagen AG

Volkswagen hat in den Vereinigten Staaten eine Rückrufaktion für knapp 80.000 Fahrzeuge gestartet. Diese Maßnahme wurde laut einer Ankündigung der US-Verkehrssicherheitsbehörde notwendig, da bestimmte Softwareversionen zu Problemen mit den Anzeigen und der Rückfahrkamera führen können.

Welche Modelle sind betroffen?

Die Rückrufaktion umfasst die VW-Elektroautos vom Typ ID.4 aus den Modelljahren 2021 bis 2023. Diese Fahrzeuge wurden im Zeitraum 6. März 2020 bis 2. November 2023 hergestellt. Betroffen sind Fahrzeuge mit den Fahrgestellnummern (VIN) von WVGDMPE25MP000464 bis 1V2JNPE80PC049686.

Worin liegt der Fehler?

Die Ursache des Problems liegt in der Software. Sie verhindert in Einzelfällen das Booten der zentralen Anzeigen im Cockpit oder setzt sie sporadisch zurück. Dies könne die Anzeige von Geschwindigkeitsinformationen oder des Bildes der Rückfahrkamera verhindern, warnt die Behörde.

Warum ist das gefährlich?

Sollte die Rückfahrkamera nicht sofort oder gar kein Bild anzeigen, besteht ein erhöhtes Risiko für Unfälle oder Verletzungen beim Rückwärtsfahren. Ebenso könnte ein Ausfall der Instrumententafel-Anzeigen dazu führen, dass der Fahrer wichtige Fahrzeuginformationen wie die Geschwindigkeit nicht sehen kann, was das Unfallrisiko erhöht.

Was hat den Rückruf ausgelöst?

Der Fehler wurde im April 2023 während eines Quartalstreffens der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) erstmals thematisiert. Im weiteren Verlauf des Jahres wurde die Problematik in verschiedenen Ausschusssitzungen bei Volkswagen und erneut in Quartalstreffen mit der NHTSA besprochen. Schlussendlich entschied Volkswagen, den Rückruf im Mai 2024 durchzuführen, nachdem keine definitive Fehlerursache identifiziert werden konnte, aber eine potenzielle Gefahr für die Verkehrssicherheit erkannt wurde.

Wer ist der Zulieferer der fehlerhaften Bauteile?

Die betroffenen Steuergeräte und Infotainment-Module stammen laut dem Behördendokument von LG Electronics, deren Produktionsstandort sich in Mlawa, Polen, befindet.

Welche Maßnahmen ergreift Volkswagen?

Volkswagen wird ein kostenloses Software-Update bereitstellen, das die vorhandenen Fehler beheben und die „Robustheit des Systems“ verbessern soll. Die betroffenen Fahrzeughalter werden den Angaben zufolge bis spätestens 12. Juli über diese Rückrufaktion mit dem internen Aktionscode „919A“ informiert, während die Händler bereits am 17. Mai 2024 benachrichtigt wurden.

Hinweis für deutsche Kunden

Diese Rückrufaktion betrifft derzeit nur Fahrzeuge in den USA. Ob und wann eine ähnliche Maßnahme in Deutschland durchgeführt wird, ist bislang nicht bestätigt. Fahrzeughalter in Deutschland sollten jedoch wachsam sein und sich bei Bedarf an ihren Volkswagen-Händler wenden.

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