Toyota und Dacia: Rückrufe wegen Problemen mit dem E-Call

Eine sechsstellige Stückzahl des Corolla, Yaris, Highlander, RAV4 und Lexus UX muss in Europa und dem Mittleren Osten zum Vertragspartner. Bei der Renault-Tochter ist der Rückruf für den Logan deutlich kleiner dimensioniert.

Ein roter Lexus UX steht 2019 in der Abenddämmerung.
Bild: Toyota

Probleme mit dem Datenkommunikationsmodul (DCM) in ihren Fahrzeugen melden derzeit Toyota und Dacia. „Aktuell wissen wir nur, dass es sich bei den betroffenen Fahrzeugen um Reimporte aus EU-Ländern handelt“, erklärte ein Sprecher der Renault Deutschland AG zum Logan aus dem Hause der rumänischen Submarke. Insofern verwundert es nicht, dass das für Kfz-Rückrufe zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nur 31 der insgesamt 4.800 Dacias deutschen Haltern zuschreibt.

Eine Kontrolle und bei Bedarf ein Austausch des DCM vermerken die Vertragsbetriebe unter dem Kürzel „0DN3“ im internen Händlernetz. Es wird bei Logan aus dem Bauzeitraum 11. März bis 11. Mai dieses Jahres fällig. Ein abruptes Zurücksetzen des DCM, ausgelöst durch einen Softwarefehler, könnte das E-Call-System außer Betrieb setzen. In einem solchen Fall würde bei einem Unfall kein automatischer Notruf an die Rettungskräfte abgesetzt.

Gleiches Problem bei Toyota. Über den Ausfall des Notrufsystems werden Fahrzeuginsassen laut einem uns vorliegenden Herstellerdokument erst beim Versuch eines Verbindungsaufbaus mit der Rettungszentrale informiert, was nicht den Typgenehmigungsvorschriften genügt. Betroffen sind der Corolla, Highlander, RAV4 und Yaris, sowie der UX der Luxusmarke Lexus (Foto). Sie stammen einer Meldung portugiesischer Behörden zufolge aus unterschiedlichen Produktionszeiträumen zwischen Juni 2020 und April 2021.

Toyota-Rückruf betrifft über 100.000 Fahrzeuge in Europa

Der Toyota-Rückruf ist (noch) nicht beim KBA gelistet. Daher ist unklar, wie viele Halter in Deutschland jeweils zum Vertragspartner müssen. Die Pressestelle von Toyota Deutschland ließ eine Anfrage hierzu unbeantwortet. Nach unseren Informationen rufen die Japaner in Europa und dem Mittleren Osten etwa 130.000 Autos zurück.

Um künftig ein abruptes Zurücksetzen des DCM auszuschließen, benötigen die Toyota-Modelle ein Softwareupdate. Einigen Autos wird bei Beschädigung auch ein neues DCM spendiert. Die Dauer des Werkstattaufenthalts beträgt je nach Modell und Reparaturmethode wohl 0,8 bis 1,6 Stunden. Der interne Herstellercode für den Rückruf lautet „21SMD-073“.

Nachtrag 8.1.2022:

Der Rückruf ist laut dem inzwischen vorliegenden KBA-Hinweis in Deutschland für etwa 20.000 Toyota-Kunden relevant. Weltweit ist die Aktion laut dieser Meldung sogar für knapp 250.000 Einheiten vorgesehen.

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