Mercedes-Rückrufe: Dreimal Sprinter

Zweimal geht es um Brandgefahr, einmal um das Notrufsystem E-Call. Die größte Aktion umfasst in Deutschland über 14.000 Einheiten.

Ein roter Sprinter der Baureihe 907 oder 910 fährt 2018 über eine Autobahnbrücke.
Bild: Daimler

Die Transportersparte von Daimler hat drei Rückrufe für den Mercedes Sprinter bestätigt. Die größte Aktion trägt den internen Code „VS3BRELEI (4296097)“ und ist hierzulande für 14.130 Fahrzeughalter relevant. Außerhalb des Heimatmarkts sind es weitere 24.500. Die Fahrzeuge der Baureihe 907 mit dem Dieselaggregat „OM654“ stammen aus dem Produktionszeitraum 7. Mai 2020 bis 21. September 2021.

Nötig wird der Eingriff, weil der Abstand zwischen den Bremsleitungen und dem elektrischen Leitungssatz nicht ausreichend sein könnte, wie eine Konzernsprecherin auf Anfrage erklärte. „Wird der vorgesehene Abstand zwischen den Bremsleitungen und dem elektrischen Leitungssatz nicht eingehalten, könnte es im Laufe der Zeit zu Scheuerstellen kommen“, erklärte sie. Eine beschädigte Isolation des elektrischen Leitungssatzes könne einen Kurzschluss und Fahrzeugbrand zur Folge haben, warnt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Zur Abhilfe bringt der Vertragsbetrieb einen Scheuerschutz an den vorderen Bremsleitungen an. Bei festgestellter Beschädigung erneuern die Mitarbeiter zusätzlich den elektrischen Leitungssatz bzw. die Bremsleitungen an der Vorderachse. Die Zeitvorgabe beträgt 30 Minuten. Das KBA überwacht die Erledigung der Maßnahme, wie schon bei einem anderen im Sommer gestarteten Bremsleitungsrückruf für den Sprinter.

Kleinere Aktionen für Startergenerator-Leitungssatz und E-Call

Ebenfalls unter behördlicher Aufsicht steht die Aktion „VS3KABKAN (1595062)“, für die auch eine halbe Stunde angesetzt ist. Erneut sind mögliche Scheuerstellen der Auslöser. Diese entstehen, wenn der Kabelkanal des Startergenerator-Leitungssatzes aus der Position rutscht und sich auf den Getriebeträger absenkt. Das KBA sieht hier die Gefahr eines Kurzschlusses und Kabelbrands bei 1.127 Einheiten, davon 298 in Deutschland. Sie liefen vergangenen Juni bis August vom Band und erhalten nun eine Ersatzbefestigung mit Spreiznieten.

Im Rahmen des dritten Rückrufs erfolgt eine Prüfung des Verbauzustands des Kommunikationsmoduls und danach entweder eine korrekte Inbetriebnahme oder eine Nachrüstung des Bauteils. Der Grund: Bei einigen Exemplaren der Baureihen 907 und 910 , nach unseren Informationen europaweit etwa 200, könnte das Notrufsystem E-Call nicht funktionieren. „Dem Kunden wird im Kombiinstrument und bei entsprechender Ausstattung auch in der Headunit die rote Meldung ‚SOS not ready‘ angezeigt“, betonte die Sprecherin. Die Maßnahme „VS3HERORDU (5494187)“ wird voraussichtlich ca. eine Stunde in Anspruch nehmen. Der betroffene Bauzeitraum lautet hier 21. Mai bis 22. Juni dieses Jahres.

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