Mercedes ruft weltweit rund 850.000 Dieselautos zurück

Kühlmittel auf dem elektrischen Umschaltventil in der Abgasrückführung kann zu erhöhter Brandgefahr bei diversen Modellreihen der Baujahre 2017 bis 2021 führen.

Mercedes-Stern auf dem Bahnhofsturm Stuttgart wird wegen Bauarbeiten abgebaut, März 2021.
Bild: Daimler

Eine „elektrochemische Reaktion“ droht laut einem Daimler-Sprecher im Abgasrückführungssystem zahlreicher Dieselmodelle von Mercedes-Benz. Das Kraftfahrt-Bundesamt warnt daher seit Anfang der Woche vor erhöhter Brandgefahr bei weltweit rund 850.000 Autos. Sie verließen zwischen Januar 2017 und Oktober 2021 das Werk.

Konkret geht es um die C-, E-, G- und S-Klasse (Baureihen 205, 213, 238, 463, 222 und 223), sowie den CLS, GLC und GLE/GLS (BR 257, 253 und 167) mit Vier- und Sechszylinder-Selbstzündern. Auslöser des Problems ist die Software der über Unterdruck steuerbaren Kühlmittelpumpe. Die Pumpensteuerung kann zu einer überhöhten Belastung der Dichtungskomponenten zwischen dem Unterdrucksystem und dem Kühlmittelkreislauf führen.

Sollte Kühlmittel austreten und auf das elektrische Umschaltventil im AGR-System träufeln sei „über Zeit in Einzelfällen [….] ein kontinuierliches Ansteigen der Bauteiltemperatur nicht vollständig ausgeschlossen“ so der Sprecher. Probleme mit Kühlmittel in der AGR hatten auch schon bei BMW mehrere Rückrufaktionen ausgelöst.

„Als vorsorgliche Maßnahme wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen ein Softwareupdate der Kühlmittelpumpe durchgeführt sowie das elektrische Umschaltventil getauscht“, kündigte der Daimler-Sprecher an. Rund 240.000 Fahrzeughalter müssen demnächst in deutsche Vertragsbetriebe kommen. Für die Maßnahme mit dem internen Herstellercode „2090008“ ist etwa eine Stunde eingeplant. Fragen hierzu beantwortet die Kundenhotline unter der Rufnummer 00800/12777777.

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