Lange Rückrufliste bei VW und Audi

Vier Aktionen sorgen für einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch von in Summe über 635.000 Fahrzeugen weltweit. In Deutschland geht es um etwa 83.000 Exemplare der Audi-Baureihen A4 bis A7, Q5 und TT, sowie um den VW Tiguan und T-Roc.

Audi TT Coupé Fahraufnahme durch Häuserschluchten, Farbe: Tangorot
Bild: Audi AG

Aus einer langen Rückrufliste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sind je zwei größere Aktionen von VW und Audi hervorzuheben. Am umfangreichsten ist die Maßnahme der Ingolstädter mit dem internen Code „27H2“. Weltweit müssen wegen ihr 530.000 Exemplare der Baureihen A4, A5, A6, A7 und Q5 in die Vertragsbetriebe, davon 53.250 in Deutschland.

Da die Audi-Pressestelle keine Infos zu Rückrufen gibt, müssen Angaben verschiedener Behörden als Quelle genügen, insbesondere von der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA), wo die Aktion schon längere Zeit gelistet ist. Demnach kann bei den Fahrzeugen mit Mild-Hybridsystem und Zweiliter-TFSI-Ottomotor (EA888) der Modelljahre 2017 bis 2020 (Produktionszeitraum: Mai 2017 bis März 2020) ein Fahrzeugbrand nicht ausgeschlossen werden.

Schuld sind mögliche Risse in der Kunststoffbeschichtung des Wechselrichters im Inneren des Riemenstartergenerators. Die ermöglichen den Eintritt von Feuchtigkeit und „in der Folge Kurzschlussbrücken, die zu einer lokalen Überhitzung im Bauteil führen können“, warnt das KBA. Die Werkstattmitarbeiter tauschen vermutlich ab Mitte Mai den gesamten Generator. Eine Angabe zur Reparaturdauer liegt noch nicht vor.

Mögliches Kraftstoffleck beim Audi TT

Protagonist des zweiten Rückrufs ist die dritte Generation des Audi TT (Modellcode FV/8S, Foto). Fast 59.000 Fahrzeuge müssen wegen eines möglichen Kraftstoffverlusts in den Vertragsbetrieb, davon 16.724 in Deutschland. Bei einem Crashtest wies eines der Allrad-Modelle eine Beschädigung am Kraftstofftank auf. Dies verursacht offenbar der Hitzeschildhalter des Kraftstofftanks, denn der erhält laut NHTSA in der Vertragswerkstatt eine Schutzkappe. Die Aktion „20BX“ ist für die seit Produktionsbeginn bis einschließlich 13. Mai 2019 gebauten Quattro-Modelle vorgesehen und dauert etwa eine Stunde.

Bei VW stehen der Tiguan und sein kleiner Bruder T-Roc auf der Liste – hier auch mit Infos aus der Konzernzentrale. Bei weltweit knapp 34.000 Tiguan mit R-Line-Ausstattung könnte sich der Dachkantenspoiler vom Fahrzeug lösen. „Grund dafür ist ein nicht ordnungsgemäß abgebundener bzw. fehlender Flüssigkleber zwischen Spoiler und Karosserie“, erklärte ein Konzernsprecher auf Nachfrage. Die deutschen VW-Vertragspartner überprüfen etwas über 11.000 Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum 24. Oktober 2015 bis 30. Juni 2019 und erneuern die Verklebung des Spoilers bei Bedarf. Der Aktionscode lautet „66L5“.

VW T-Roc: Probleme mit der elektrischen Parkbremse

Über 12.600 T-Roc mit Handschaltung und 1.0 TSI-Motor können ein Problem mit der elektrischen Parkbremse (EPB) haben, weil das Signal des Getriebe-Neutralgangsensors vom Motorsteuergerät nicht korrekt ausgewertet wird. „In der Folge kann nicht gewährleistet werden, dass die EPB in allen Fällen vollumfänglich greift“, sagte der Sprecher.

Bei den betroffenen Fahrzeugen codiert der VW-Partner das Steuergerät für die Bremselektronik um, hierzulande bei 2.148 Exemplaren der Baujahre 2017 und 2018. Bei der Maßnahme mit dem Code „45I5“ könnte es sich eine Wiederholung der Aktion „24DW“ aus dem Jahr 2018 handeln. In beiden Fällen erfolgt(e) keine Überwachung durch das KBA – im Gegensatz zu den anderen hier gelisteten Rückrufen.

Infos zu weiteren Rückrufen von VW und Audi erhalten Sie in meinen beiden Meldungen für den „Kfz-Betrieb“.

Nachtrag 14.7.:

Inzwischen weist das KBA für den Rückruf „27H2“ weltweit 610.000 Fahrzeuge mit 2.0 TFSI und TDI-Motoren aus. Dadurch steigt die Zahl der betroffenen Halter in Deutschland auf 83.250.

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