Vier Rückrufe für den Mercedes Sprinter

Eine Maßnahme wegen Problemen mit dem Glühkerzenrelais hat einen größeren Umfang. Kurios ist ein Rückruf für Polizeifahrzeuge.

Schriftzug auf einem Mercedes-Benz Sprinter (Baureihe 907) – 319 CDI 4x4, 140kW (190 PS), Jupiterrot, Kastenwagen, aufgenomen 2018.
Bild: Daimler AG

Von vier neuen Rückrufen für den Mercedes Sprinter ist einer besonders kurios. Er ist für Einsatzfahrzeuge der deutschen Bundes- und Landespolizei relevant. “Die Sondersignalanlage kann sich vom Fahrzeug lösen und in den Verkehrsraum gelangen”, meldet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kurz und knapp. Die Blaulicht-Befestigung auf dem Dach wird daher überprüft und durch eine zusätzliche Verschraubung links und rechts sichergestellt.

Die Durchführung der Abhilfemaßnahme bei den etwas über 400 zwischen Januar 2019 und Januar 2020 produzierten Sprintern der Baureihe 907 erfolge durch den Aufbauhersteller, “daher können wir zur Dauer des Werkstattaufenthaltes keine Aussage machen”, sagte eine Sprecherin von Daimlers Nutzfahrzeugsparte auf Anfrage. Der Rückruf mit dem Code “VS3ANBLAU” läuft offenbar seit Anfang des Monats.

Bereits seit Anfang August ruft Daimler weltweit 48.582 Exemplare des Sprinters der Baureihe 910 mit Frontantrieb und Dieselmotor OM651 aus dem Produktionszeitraum März 2018 bis März 2020 zurück. Das Problem lässt sich aufgrund der spezifischen Einbaulage des Glühkerzenrelais am quer verbauten Aggregat auf diese Motor-/Antriebs-Kombination eingrenzen. Schon ein Frontalaufprall bei niedrigerer Geschwindigkeit könnte nämlich zu Schäden am Relais führen.

Mögliche Folge ist ein Kurzschluss, ohne dass die Stromversorgung des Glühkerzenrelais vollständig getrennt wird. Dadurch besteht laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erhöhte Brandgefahr bei 13.764 hierzulande registrierten Transportern. Die Partnerwerkstätten rüsten daher ein Abdeckgehäuse für das Relais sowie eine pyrotechnische Sicherung ihrer Stromversorgung nach. Für die Maßnahme mit den internen Codes “VS3GLUZFWD” bzw. “5499769” sind laut einer Konzernsprecherin etwas weniger als zwei Stunden eingeplant.

Fehlender Unterfahrschutz und falscher Fahrzeugschein

Ganz frisch sind zwei weitere KBA-Warnmeldungen zum Sprinter. Es bestehe “die Möglichkeit, dass das Fahrzeug ohne den vorgesehenen Heckunterfahrschutz ausgeliefert wurde, wodurch es zu einer erhöhten Verletzungsgefahr bei Eintreten eines Unfalls kommen kann”, heißt es in der ersten. Gemünzt ist diese Aussage auf weltweit 724 Exemplare der Baureihe 907 mit der Aufbauart Kastenwagen, fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, ohne Anhängerkupplung und mit Allradantrieb (Ausstattungscode “ZG1/ZG3”) oder Supersinglebereifung (“R9A/R9X”). In Deutschland erhalten 118 Fahrzeuge eine Nachrüstung. Der Aktionscode lautet “VS3UNTEFHI (8891072)”.

Die Aktion “VSXMBOSZU” für weltweit 477 Einheiten betrifft nicht nur den Sprinter. Auch der Citan, Viano, Vito und die V-Klasse der Baujahre 2013 bis 2015 haben laut KBA fehlerhafte Masseangaben im Fahrzeugschein, die zu einer Überladung des Fahrzeugs führen könnten. Als Abhilfemaßnahme ist die Erneuerung der Zulassungsdokumente sowie die Überprüfung der Vorder- und Hinterachse bei Überladung vorgesehen. In Deutschland benötigen 44 Halter diesen Check sowie neue Papiere.

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