VW Nutzfahrzeuge: Rückrufe für Amarok und Crafter

Trotz starker Unterschiede im weltweiten Umfang sind zwei Aktionen wegen eines möglichen Verlusts von Scheiben bzw. des Reserverads in Deutschland jeweils vierstellig.

Impressionen bei der internationalen Offroad-Challenge ‚Spirit of Amarok‘ 2019 in Südafrika: Fahrt im Amarok in den Sonnenuntergang.
Bild: Volkswagen AG

Im September hat die Nutzfahrzeugabteilung von VW zwei neue Rückrufaktionen gestartet. Seit Anfang des Monats steht der Crafter Kastenwagen auf der Liste. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Seitenscheiben und/oder die Heckscheibe vom Fahrzeug lösen, erklärte ein Sprecher der Konzernsparte auf Anfrage. Etwa ein Drittel der weltweit 3.228 in die Vertragswerkstatt einbestellten Fahrzeuge ist in Deutschland gemeldet.

Als Ursache des Problems nannte der Sprecher eine mangelhafte Fixierung durch fehlerhafte Lagerung des Scheibenklebers beim Zulieferer. Dies gilt für Transporter, die zwischen 19. Januar 2017 und 23. September 2019 das Werk verließen. Die Crafter-Varianten mit Pritsche und Einzelkabinen, sowie der Grand California seien nicht betroffen, betonte der Sprecher. Eine genaue Zeitangabe zur Abhilfe konnte er nicht geben. Die Reparaturdauer “hängt sehr stark von der Anzahl der zu ersetzenden Scheiben ab”. Die Erledigung der Aktion ist am Eintrag im Serviceheft mit dem Kürzel  “64F8” zu erkennen.

Gleich zwei Aktionscodes (“66L9” und “66M1”) gibt es für einen deutlich größeren Rückruf. Der dreht sich um den Amarok, genauer gesagt um sein am Unterboden befestigtes Reserverad. Bei knapp 203.000 Exemplaren aus dem Produktionszeitraum August 2016 bis Mai 2020 könnte es sich während der Fahrt lösen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Hierzulande ist die Aktion allerdings nur vierstellig und damit vergleichsweise klein. VW-Partner in Deutschland haben etwas über 9.000 Pick-ups abzuarbeiten.

KBA: Ein Unfall in Argentinien

Offizielle Angaben zu der Maßnahme gibt es nur vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). “Als Abhilfemaßnahme ist eine zusätzliche Fixierung des Reserverades durch einen Radbolzen in Form einer Anti-Diebstahl-Sicherung an der Karosserie vorgesehen”, schreibt die Behörde in ihrem vergangene Woche veröffentlichten Warnhinweis.

Der Eingriff ist nach unseren Informationen deshalb nötig, weil die bisherige Befestigung bei starkem Offroadeinsatz bzw. “hoher Staubbelastung” reißen kann. Das gilt für das Hebeseil der Reserveradwinde und das als Zweitsicherung verbaute Fangseil. Solche Vorfälle sind offenbar bislang vor allem in Argentinien aufgetreten, dem Produktionsort des Amarok. Das KBA spricht von einem Unfall dort aufgrund des Problems.

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