Aktuelle Zahlen zu den Dieselgate-Rückrufen

Die Bundesregierung hat auf Betreiben der Grünen-Bundestagsfraktion neue Zahlen zu den (freiwilligen) Rückrufaktionen der Hersteller veröffentlicht. Die Teilnahmequote am großen VW-Pflichtrückruf beträgt demnach 95 Prozent.

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Bild: Pixabay / webandi, CC0 Creative Commons

Die Grünen sehen nach wie vor großen Aufklärungsbedarf bezüglich der angeordneten und freiwilligen Rückrufe im Zuge des Abgasskandals. Der Skandal betrifft bekanntlich nicht mehr nur Autos des VW-Konzerns. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat inzwischen auch anderen Herstellern Pflicht-Updates der Motorsteuerung aufgebrummt, weil die Fahrzeuge aus Sicht der Behörde unzulässige Abschalteinrichtungen enthalten. Daher haben die Oppositionspolitiker von der Bundesregierung eine Übersicht zu den aktuell laufenden Aktionen angefordert.

Im Folgenden werden den einzelnen Einträgen auf der Homepage des KBA bzw. in dessen Rückrufdatenbank die Angaben des Verkehrsministeriums vom 12. Juli zugeordnet:

  • Referenznummer 7256 vom 22. Januar 2018 für Porsche Cayenne, Baujahre 2014 bis 2017: „Entfernung der unzulässigen Abschalteinrichtung. Es sind nur Fahrzeuge mit 3,0L V6 TDI Euro 6-Motor betroffen“, sowie KBA-Mitteilung vom 18.5.2018. Antwort Bundesregierung: „Es sind insgesamt etwa 26.000 Fahrzeuge des Typs Porsche Cayenne 3.0 Liter TDI, Porsche Cayenne Euro 6 4.2 Liter V8 TDI und Porsche Macan Euro 6 3.0 Liter V6 TDI betroffen. Von den freigegebenen Modellen wurden bereits ca. 77 Prozent umgerüstet. Beginn der Maßnahme war Dezember 2017.“
  • Referenznummer 7257 vom 9. Februar 2018 für VW Touareg der Baujahre 2014 bis 2017: „Entfernung der unzulässigen Abschalteinrichtung.“ Antwort der Bundesregierung: „In Deutschland sind ca. 26.300 Fahrzeuge des genannten Modells VW Touareg betroffen. Der Rückruf startete im Februar 2018. Von den betroffenen Fahrzeugen wurden bereits ca. 74 Prozent umgerüstet.“
  • KBA-Mitteilung vom 25. Mai 2018 zu Mercedes-Benz. Antwort der Bundesregierung: „In Deutschland sind ca. 1.372 Fahrzeuge des genannten Modells Mercedes Vito 1.6 Liter Diesel Euro 6 betroffen. Die Prüfungen beim Kraftfahrt-Bundesamt für den Rückruf sind noch nicht abgeschlossen.“
  • Referenznummer 7697 vom 29. Mai 2018 für BMW M550D und 750D der Baujahre 2012 bis 2017: „Falsche Software manipuliert die Abgasreinigung.“ Antwort der Bundesregierung: „In Deutschland sind ca. 6.300 Fahrzeuge der genannten Modelle BMW 750 und BMW M550 betroffen. Die Prüfungen beim Kraftfahrt-Bundesamt für den Rückruf sind noch nicht abgeschlossen.“
  • KBA-Mitteilung vom 6. Juni 2018 zu Audi. Antwort der Bundesregierung: „Vom Rückruf betroffen sind die Modelle Audi A4, Audi A5, Audi A6, Audi A7, Audi A8 V6, Audi A8 L V6, Audi A8 V8, Audi A8 L V8, Audi Q5, Audi SQ5 und Audi Q7 mit insgesamt etwa 86.300 Fahrzeugen. Die Prüfungen beim Kraftfahrt-Bundesamt für den Rückruf sind noch nicht abgeschlossen.“

Außerdem teilt die Bundesregierung mit, dass Stand Anfang Juni ca. 95 Prozent der betroffenen Fahrzeuge an den zwischen 23. Dezember 2015 (Referenznummer 5743 für VW Amarok) und 10. Juli 2017 (Referenznummer 7198 für Seat Toledo) ausgesprochenen Pflichtrückrufen für Fahrzeuge des VW-Konzerns teilgenommen haben. Zum gleichen Zeitpunkt betrug die Teilnahmequote bei den freiwilligen Serviceaktionen für die Modelle Porsche Macan, Opel Insignia, Cascada, Zafira, Mercedes CLA, GLA, A-,B-, V-Klasse, VW Amarok, Crafter und Audi A6 den Angaben zufolge rund 73 Prozent. „Durch diese beiden Aktionen wurden bereits rund 2,6 Millionen Fahrzeuge umgerüstet“, so die Bundesregierung.

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