NHTSA untersucht Fahrzeuge von Jeep, Nissan, Subaru und Tesla

Die US-Behörde geht Kundenbeschwerden über Probleme mit dem Akku und der Sitzbelegungserkennung, sowie über die Verarbeitungsqualität nach.

Ein roter Tesla Model S fährt 2017 auf einer US-amerikanischen Landstraße.
Bild: Tesla

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) hat in den vergangenen Wochen begonnen, zahlreichen vermeintlich sicherheitsrelevanten Problemen nachzugehen. Es geht einerseits um den Start konkreter Untersuchungen am Subaru Forester (Modelljahre 2016 bis 2018), Nissan Leaf (2011 und 2012), Jeep Wrangler (2018 und 2019) und Grand Cherokee (2014). Andererseits bestätigte die Behörde den Eingang einer so genannten „Defect Petition“ (DP) zum Tesla Model S (Foto) und X, also einer umfangreichen Beschwerde eines Nutzers unter Vorlage von Dokumenten.

Der Teslafahrer behauptet, dass bei den Akkus eine Brandgefahr bestanden habe, über die der Hersteller die Behörde hätte unterrichten müssen. Zudem habe ein Software-Update für das Batteriemanagement, das im Zuge der angeblichen Sicherheitsprobleme online aufgespielt worden sei, die Reichweite seines Fahrzeugs verringert. Die NHTSA kündigte in einer Mitteilung vom 1. Oktober eine Prüfung an, „um festzustellen, ob die Petition genehmigt oder abgelehnt werden sollte“.

Beim Jeep Wrangler geht es um vermeintliche Schweißfehler am Rahmen. Auch hier ging die Initiative von einem Kunden aus, der poröse Schweißnähte, übermäßige Schlacke, Schweißspritzer, mangelnde Durchdringung bzw. übermäßiges Eindringen von Schweißnähten bemängelte. Mit den daraufhin vom Hersteller angeforderten Unterlagen waren die Beamten in Folge nicht zufrieden, wie in einer Mitteilung vom 16. September steht. Aus ihnen sei nicht hervorgegangen, „ob Qualitätsmängel bei der Rahmenschweißung die strukturelle Integrität von Fahrzeugen beeinträchtigen können“, hieß es. Dies werde nun ebenso geprüft wie ein Zusammenhang mit einem Rückruf wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Lenkung. Die Aktion mit dem internen Code „UA5“ startete Anfang des Jahres auch bei uns.

Zum Jeep Grand Cherokee liegen der Behörde 18 Beschwerden vor, wonach sich der Sicherheitsgurt für Beifahrer nicht zurückzieht. „Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass die Kunststoffführung des an der B-Säule montierten D-Rings im Routinebetrieb rissig ist und ein ordnungsgemäßes Zurückziehen des Sicherheitsgurtes verhindert. Dieser Zustand führt zu einem unsachgemäßen Sitz des Riemens und erhöhtem Verletzungsrisiko. Das Problem wurde sowohl auf der vorderen Fahrer- als auch Beifahrerseite beobachtet“, so die NHTSA. Die Beschwerdeführer verlangen einen vollständigen Austausch der Sicherheitsgurteinheit.

Zwei Checks der Sitzbelegungserkennung

Beim Subaru Forester schaut sich die Behörde das Insassenerkennungssystem des Beifahrersitzes an. Die Sensormatte über dem Kissen soll eigentlich erkennen, ob sich dort ein Erwachsener, ein Kind, ein Kindersitz oder ein anderes Objekt befindet. Tut sie das nicht, funktioniert der Airbag nicht wie gewünscht. Unmutsäußerungen von Fahrern eines Nissan Leaf zielen ebenfalls auf die Sitzbelegungserkennung der Beifahrerseite ab. Das Problem ist für die Beamten bei Nissan nicht neu und war bereits Gegenstand einer Untersuchung. Ein Rückruf im Mai 2017 beendet dann weitere Ermittlungen.

In allen Fällen mit Ausnahme von Tesla geht die NHTSA den Vorwürfen im Rahmen einer „Preliminary Evaluation (PE) nach. Es handelt sich um die erste Phase einer möglicherweise mehrstufigen Untersuchung, um den Umfang, die Häufigkeit und die Folgen des angeblichen Mangels an den betroffenen Fahrzeugen zu bewerten.

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