Rückrufe bei Nissan und Kia: Elektroautos können wegrollen

Etwa 600 Exemplare des Nissan Leaf und des E-NV200 benötigen eine etwa vierstündige Reparatur an der Parksperre. Die Abhilfe beim Kia Soul EV soll in einer halben Stunde erledigt sein.

Ein weißer Nissan Leaf steht 2019 an einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos.
Bild: Nissan International SA

Bei Rückrufen für Elektroautos kann es auch um Probleme gehen, die auch schon bei Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb aufgetreten sind. So holen Nissan und Kia derzeit Stromer in die Werkstatt, weil sie wegrollen könnten. Etwa 600 Exemplare des Nissan Leaf und des Nissan E-NV200 sind laut einer Sprecherin der deutschen Niederlassung hierzulande davon betroffen.

Weltweit könnten sich 7.500 japanische Elektroautos trotz eingelegter Parksperre ungewollt bewegen. Ursache ist laut der Sprecherin ein “nicht ausreichender Inspektionsprozess beim Zulieferer”. Dadurch könne die Schweißverbindung an der Betätigungsplatte für die Parksperre nicht genügend stabil sei, erklärte sie. In einem solchen Fall raste die Parksperre nicht ein, wenn der Kunde in die Parkposition wechselt.

Der auf vier Stunden angesetzte Werkstattaufenthalt sieht den Ersatz der Sperrplatte innerhalb der Untersetzungsgetriebe-Baugruppe vor. Die Aktion mit den beiden internen Codes “PS0C5” und “PG0C9” soll Anfang Dezember starten. Betroffene Kompaktwagen (Modellcode ZE1, Foto) liefen zwischen 19. Juli und 22. September 2019 vom Band, die Kleintransporter (MEO) zwischen 18. Juli und 9. September 2019.

Softwareupdate für 5.200 Kia Soul EV

Eine Aktualisierung der Software für die elektronische Feststellbremse (EPB) soll das Problem bei Kia beseitigen. “Das Update bewirkt, dass die EPB automatisch betätigt wird, sobald das Fahrzeug ausgeschaltet wird”, erklärte eine Sprecherin der Kia Motors Deutschland GmbH auf Anfrage. Ohne die Maßnahme sei eine Sicherung gegen das Wegrollen des Fahrzeugs nicht zu jeder Zeit gewährleistet. Der Rückruf mit dem internen Code “201085” ist weltweit für knapp 16.000 Einheiten vorgesehen. Sie stammen aus den Modelljahren 2015 und 2016.

Der Fehler sei bei internen Qualitätskontrollen auffällig geworden, so die Sprecherin. Die Abhilfe soll ca. eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. “Unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen sollten Kunden jedoch bis zu einer Stunde für den Werkstattbesuch einplanen”, sagte sie. Weitere Infos erteilt der Kia-Vertragsbetrieb oder die Kundenhotline unter 0800/5330011.

Nachtrag 7.11.:

Das Kraftfahrt-Bundesamt weist für Nissan 477 betroffene Fahrzeuge in Deutschland aus.

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