Porsche-Rückruf: Softwareupdate für den Taycan

Ein plötzlicher Antriebsverlust könnte weltweit bei rund 43.000 Sportwagen auftreten, davon 3.400 in Deutschland. Auf sie wartet ein 60-minütiger Werkstattaufenthalt. Das gilt auch für einige Audi e-tron GT.

Ein Porsche Taycan 4 Cross Turismo in frozenberrymetallic fährt 2021 auf einer Landstraße.
Bild: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Porsche überprüft und aktualisiert die Software der Leistungselektronik und des Motorsteuergeräts an weltweit rund 43.000 Fahrzeugen des Typs Taycan und Taycan Cross Turismo (Foto). Dies gab der Stuttgarter Sportwagenhersteller heute bekannt. Es gehe um die Modelljahre 2020 bis 2021, in Deutschland etwa 3.400 Einheiten. Das sind nahezu alle bisher gebauten Exemplare des ersten reinen Elektroautos der Zuffenhausener.

„Bei den betroffenen Fahrzeugen besteht die Möglichkeit, dass in bestimmten Fällen fälschlicherweise und sporadisch ein Verlust der Antriebskraft ausgelöst werden kann“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung zum Rückruf. Das Problem ist bereits bekannt, löste es doch vor einigen Wochen eine Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde aus. Das Thema sei in der laufenden Serie bereits abgestellt worden, betonte das Unternehmen.

Die Halter müssen für das geplante einstündige Update in den Vertragsbetrieb kommen, obwohl beim Taycan grundsätzlich auch eine Fernwartung „over the air“ möglich ist. Aber nicht in diesem Fall: „Der kostenlose Werkstattbesuch sollte schnellstmöglich erfolgen“, heißt es in der Porsche-Mitteilung. Der interne Aktionscode lautet „ABM5“.

Auch einige Halter eines Audi E-Tron GT, dem Schwestermodell des Taycan, müssen sich auf einen Werkstattbesuch einstellen bzw. waren schon dort, denn die aktuelle Softwareversion hat laut einem Sprecher der Ingolstädter VW-Tochter „jeder Audi-Service-Partner bereits seit einigen Wochen zur Verfügung“. Er legte aber Wert auf die Feststellung, dass für dieses Modell noch „kein Fall bekannt ist, bei dem ein Kunde/eine Kundin dieses Phänomen, das nun bei Porsche zum Rückruf Anlass gibt, beanstandet hätte“. Zudem habe die Baureihe aufgrund der deutlich späteren Markteinführung meist schon ab Werk einen aktuelleren Softwarestand, erklärte er.

Nachtrag 14.7.:

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet seit gestern den Audi-Aktionscode „93L3“ für weltweit 1.728 Fahrzeuge. Es weist allerdings den E-Tron aus. Gemeint sein dürfte aber der E-Tron GT, denn es ist von einem möglichen Antriebsausfall aufgrund einer fehlerhaften Software die Rede. In Deutschland sind den Angaben zufolge 548 Exemplare betroffen.

Nachtrag 16.7.:

Das KBA listet nun auch den Porsche-Rückruf und nennt für Deutschland betroffene 5.432 Einheiten. Infos erhalten Kunden unter der Rufnummer 0800/4114117.

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