Stellantis: Wieder Rückruf wegen Zahnriemenverschleiß

Das bereits bekannte Problem mit einer verminderten oder ganz entfallenden Bremskraftverstärkung führt nun weltweit über 680.000 Autos der Marken Opel, Peugeot und Citroën in die Vertragswerkstätten.

Ein roter Citroen Berlingo fährt 2018 auf einer Stadtstraße.
Bild: Stellantis

Das durch außerordentlichen Zahnriemenverschleiß verursachte Problem mit dem Bremskraftverstärker zieht immer größere Rückrufe im Stellantis-Konzern nach sich. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlichte kürzlich vier neue Aktionscodes zum Peugeot Partner, 208, 2008, 308, 3008 und 5008, sowie zum Citroën C3, C3 Aircross, C4, C4 Cactus, C4 Picasso und Berlingo (Foto). Hinzu kommt ein noch nicht veröffentlichter Rückruf des Opel Crossland X und Grandland X.

„Eine schlechte Ölqualität könnte zu einer Schädigung des Steuerzahnriemens führen, wodurch Partikel dieses Riemens die Vakuumpumpe verstopfen. In der Folge kann die Funktion des Bremskraftverstärkers vermindert sein bzw. entfallen“, fasst das KBA die seit 2020 bekannte Problematik im 1,2-Liter-Benziner (EB2) nochmals zusammen. Die Behörde nennt in diesem Zusammenhang die Baujahre 2017 bis 2020, ein Opel-Sprecher sprach vom Produktionszeitraum Januar 2017 bis August 2018.

In Deutschland umfassen die Maßnahmen mit den Herstellercodes „KGG“, „KGH“, „HLX“, „HUZ“ und „O3A“ über 74.000 Fahrzeuge. Weltweit geht es nach unseren Informationen um über 680.000 Autos. Obligatorisch sind bei allen ein Softwareupdate des Motorsteuergeräts und eine Kontrolle des Zahnriemens. Je nach Ergebnis könnte noch ein Austausch diverser Komponenten folgen. Aufgrund dessen ist die Dauer des Werkstattaufenthalts sehr unterschiedlich. Zwischen 35 Minuten und knapp 15 Stunden kann die Abhilfemaßnahme laut einer Markensprecherin von Peugeot in Anspruch nehmen.

Nachtrag 9.2.:

Aus der Werkstatteinladung von Opel geht hervor, dass ein evtl. nötiger Zahnriemenwechsel nur dann kostenlos ist, wenn die zeitliche oder kilometermäßige Fälligkeit nicht überschritten ist. Zudem empfiehlt der Hersteller bei „erschwerten Nutzungsbedingungen“ den Wechsel zu einem Wartungsplan, der einen häufigeren Service als bislang erfordert. Diese Bedingungen liegen offenbar dann vor, wenn das Fahrzeug jährlich mehr als 15.000 Kilometer bewegt wird und wenn die übliche Fahrtstrecke weniger als zehn Kilometer beträgt.

Nachtrag 20.11.:

Seit vergangenem Freitag führt das KBA unter den Codes „HLX“ und „HUZ“ auch den DS3 und DS4 der Baujahre 2017 bis 2019, allerdings (noch) ohne Stückzahlangabe.

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