Zwei Rückrufe für Volvo Busse

Probleme am Fahrersitz führen einmal 2.900 und einmal 1.800 Fahrzeuge zur Kontrolle in die Werkstatt. Die Baureihen 9500, 9700 und 9900 sind von beiden Aktionen betroffen.

Ein grüner Volvo 9700 Omnibus steht mit geöffneten Türen auf einem parkplatz.
Bild: Volvo Buses

In zwei Rückrufaktionen holt Bushersteller Volvo demnächst etwas über 4.700 Exemplare der Baureihen 7900, 8900, 9500, 9700 (Foto) und 9900 in die Werkstatt, einen Großteil davon in Europa. Da die drei letztgenannten Modelle von beiden Aktionen betroffen sind, dürfte die numerische Zahl der abzuarbeitenden Fahrzeuge tatsächlich geringer sein. Dies gilt zumindest dann, wenn beide Rückrufe bei einem Werkstattbesuch erledigt werden. In Deutschland geht es bei beiden Aktionen in Summe um 281 Busse, wie eine Sprecherin von Volvo Buses in Göteborg auf Anfrage bestätigte.

Der erste Rückruf dreht sich laut Hersteller um alle oben genannten Baureihen der Modelljahre 2015 bis 2018 mit Isringhausen-Fahrersitz und NTS2-Stahlseilgurtschloss. Das flexible Stahlseil zur Befestigung des Gurtschlosses des Fahrersitzes könnte an der Seitenabdeckung des Sitzes reiben. Dies könnte die Zugfestigkeit des Stahlseils verringern. Die Busfahrer seien angehalten, den Zustand des Sicherheitsgurts künftig vor jedem Fahrtantritt zu überprüfen.

Zusätzlich kontrollieren die Werkstätten bei 2.912 Bussen (38 in Deutschland) das Stahlseil und tauschen es bei Bedarf. Hierfür ist maximal eine Stunde veranschlagt. Bei der Maßnahme handelt es sich laut Sprecherin nur um eine Zwischenlösung, da auch das neue Teil anfällig für das Problem sei. Die Entwicklung einer langfristigen Lösung sei noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Fehlende Nieten

Der zweite Rückruf führt den 9500, 9700 und 9900 in die Vertragsbetriebe. Es geht um 1.806 Busse (243 in D), gebaut zwischen 2011 und 2017 im polnischen Volvo-Werk. Dort wurde bei der Montage u.U. eine zusätzliche Befestigungsniete am Anfang und Ende der Sitzbefestigungsschiene vergessen. Dadurch erfüllen einige Sitzeinstellungen möglicherweise nicht die gesetzlichen Mindestanforderungen (ECE-R14). Die Werkstatt sucht nach fehlenden Nieten und rüstet diese ggf. nach. Hierfür sind laut Sprecherin mehrere Stunden Arbeitszeit vorgesehen.

Reparierte Fahrzeuge würden nicht mit Aufklebern o.ä. gekennzeichnet, „aber jedes zurückgerufene Fahrzeug ist in unserer internen Rückrufdatei sichtbar“, erklärte sie weiter. Unfälle aufgrund der Probleme seien keine bekannt. Alle Fahrzeuge könnten bis zum Werkstattbesuch weiter normal eingesetzt werden.

Weitere Meldungen zu Reisebus-Rückrufen finden Sie auf unserer Unterseite zu Nutzfahrzeugen.

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