Honda: Beschwerden über ungewollte Bremsungen lösen Untersuchung aus

US-Behörde untersucht Fehlaktivierungen von Notbremssystemen in den Modellreihen CR-V und Accord. Ein Rückruf würde allein in den USA rund drei Millionen Autos betreffen.

Ein schwarzer Honda CR-V fährt über eine Brücke.
Bild: Honda Motor Europe

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) hat eine intensivierte Untersuchung eingeleitet, um Berichte über ungewollte Aktivierungen des Notbremssystems (Collision Mitigation Braking System – CMBS) in bestimmten Honda-Fahrzeugen zu bewerten. Dies betrifft die Modelle Honda CR-V der Modelljahre 2017 bis 2022 und Honda Accord der Modelljahre 2018 bis 2022, wie aus einer Mitteilung von Mitte April hervorgeht.

Die Eröffnung der Voruntersuchung durch die Behörde erfolgte bereits im Frühjahr 2022. Anlass dafür waren zahlreiche Berichte, laut denen das CMBS ohne erkennbare Hindernisse im Fahrweg aktiviert wurde. Diese unerwarteten Bremsmanöver führten der NHTSA zufolge zu gefährlichen Verkehrssituationen.

Honda habe inzwischen eingeräumt, zahlreiche Berichte zu diesem vermeintlichen Defekt erhalten zu haben, hieß es weiter. In ihrer Analyse führen die Japaner die Probleme teilweise auf ein unzureichendes Verständnis der Kunden über das CMBS und seine Grenzen zurück. Viele Kunden hätten sich dagegen darüber beschwert, dass Honda-Werkstätten ihnen mitgeteilt hätten, dies wäre als normale Funktion des CMBS anzusehen.

Die NHTSA hat bisher nach eigenen Angaben 1.294 Verbraucherbeschwerden über ungewollte Notbremsungen erhalten. Davon behaupteten 31 Beschwerdeführer, dass es zu einem Unfall kam, und 50 Beschwerden meldeten Verletzungen. Das Verfahren sei daher aufgrund der Schwere und Häufigkeit der gemeldeten Vorfälle zu einer technischen Analyse hochgestuft worden, hieß es. Dabei handelt es sich um die höchste und finale Untersuchungsstufe, an deren Ende entweder ein (angeordneter) Rückruf oder eine Einstellung des Falls steht. Ein Rückruf würde allein in den USA rund drei Millionen Autos betreffen.

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