Hyundai, Kia, Genesis: US-Rückruf wegen möglichem Antriebsverlust

Etwa 150.000 Elektroautos benötigen in den Vereinigten Staaten ein Softwareupdate. Welche Modelle genau betroffen sind, erfahren Sie hier.

Ein weißer Kia EV6 steht 2021 vor einer Betontreppe.
Bild: Kia Motors

Die US-amerikanische Verkehrsbehörde NHTSA warnt vor einem potenziellen Sicherheitsrisiko bei diversen Elektrofahrzeugen aus dem Hyundai-Konzern. Betroffen sind neben der Kernmarke Hyundai auch Modelle von Kia und dem Premium-Fabrikat Genesis. In Summe umfasst der Rückruf in den USA knapp 150.000 Autos der Modelljahre 2022 bis 2024.

Welche Fahrzeuge sind genau betroffen?

  • Hyundai Ioniq 5 – Produktion vom 4. Oktober 2021 bis 19. Februar 2024
  • Hyundai Ioniq 6 – Produktion vom 14. Dezember 2022 bis 25. Dezember 2023
  • Kia EV6 – Produktion vom 17. November 2021 bis 7. Februar 2024
  • Genesis GV60 – Produktion vom 4. Februar 2022 bis 2. Februar 2024
  • Genesis GV70 Elektro – Produktion vom 25. Januar 2023 bis 12. März 2024
  • Genesis G80 Elektro – Produktion vom 23. Februar 2022 bis 15. Januar 2024

Was ist der Fehler und die Gefahr?

Die Stromer sind mit einer integrierten Lade-Steuereinheit (ICCU) ausgestattet, welche die 12-Volt-Batterie des Fahrzeugs lädt. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu Schäden an der ICCU kommen, z. B. durch Überspannung am Ende eines Ladevorgangs der Hochvolt-Batterie oder durch thermische Belastung während der Fahrt. Im schlimmsten Fall kann dadurch die 12-Volt-Batterie nicht mehr geladen werden. Schlimmstenfalls kann es zum kompletten Verlust des Antriebs kommen, wobei das Fahrzeug laut Hersteller zuvor Warnungen im Cockpit anzeigt.

Was ist die Abhilfemaßnahme?

Die US-Vertragsbetriebe aktualisieren die Software der ICCU. Zusätzlich werden die ICCU und die zugehörige Sicherung überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Im Fall einer Reparatur kann der Werkstattaufenthalt wohl über drei Stunden dauern. Die in den USA verwendeten Aktionscodes (Hyundai: „257“, Kia: „SC302“, Genesis: „021G“) sind andere als in Europa.

Wie wurde der Fehler entdeckt?

Die ersten Berichte über ICCU-Garantiefälle haben Hyundai schon im Oktober 2022 erreicht. Nach mehreren Tests, einer mäßig erfolgreichen Serviceaktion und einer von der NHTSA eingeleiteten Voruntersuchung entschied sich der koreanische Konzern Anfang März zu einem offiziellen Rückruf. Dem Hersteller liegen nach eigenem Bekunden Infos über 600 Vorfälle in den USA vor, die zwischen dem 8. März 2022 und dem 5. März 2024 gemeldet wurden. Keiner davon habe zu Unfällen, Verletzungen oder gar Todesfällen geführt.

Findet der Rückruf auch in Deutschland statt?

Derzeit gibt es hierzu keinen Eintrag in der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn der Rückruf startet in den USA erst Mitte Mai. Dort werden Warnungen in der Regel deutlich früher als bei uns veröffentlicht. Das KBA macht seine Einträge in die Datenbank meist erst kurz vor dem Start der Rückrufaktion. Sollte das geschilderte Problem auch bei ihrem Fahrzeug auftreten, sollten Sie sich mit einem Vertragsbetrieb in Verbindung setzen. Den nächstgelegenen Standort finden Sie auf den Homepages von Hyundai, Kia und Genesis.

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2 Kommentare

    • Hallo Andreas,
      besten Dank für die Wortmeldung. Ich habe den Satz angepasst. Sollte Ihr Fahrzeug NACH erfolgter Reparatur einwandfrei funktionieren, brauchen Sie sich selbstverständlich nicht beim Händler melden. Aus den US-Dokumenten geht allerdings hervor, dass einige US-Fahrzeuge nach dem im Rahmen einer Serviceaktion aufgespielten Softwareupdate trotzdem noch ICCU-Ausfälle hatten, weswegen es jetzt dort einen offiziellen Rückruf gibt.
      VG N. Ganzer

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