USA: Großer Subaru-Rückruf wegen möglicher Probleme mit dem Beifahrerairbag

Defekte Sensoren im Beifahrersitz könnten ein Auslösen des Luftkissens bei einem Unfall verhindern. Was deutsche Kunden wissen sollten.

Ein oliver Subaru Outback 2.5i Exclusive Cross biegt 2021 vor einem Zebrastreifen ab.
Bild: Subaru Deutschland GmbH

Subaru startet Ende Mai in den Vereinigten Staaten einen größeren Rückruf für den Subaru Outback und Legacy der Modelljahre 2020 bis 2022. Das hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) kürzlich vermeldet. Konkret geht es auf dem US-Markt um 103.114 Outback und 15.609 Legacy, produziert zwischen dem 16. Juni 2020 und 13. Juli 2021.

Was ist das Problem?

Das Problem liegt in defekten Sensoren im Beifahrersitz, genauer gesagt im Occupant Detection System (ODS), also der Sitzbelegungserkennung. Während eines bestimmten Produktionszeitraums bei einem Zulieferer (die NHTSA nennt Aisin Electronics Illinois, LLC) ist es offenbar zu einer Verformung der Platine im Sensor des ODS gekommen. Infolgedessen kann ein Riss in einem Kondensator entstehen.

Welche Gefahr besteht durch den Defekt?

Ein Kurzschluss durch Feuchtigkeitseintritt in den Kondensator des Sensors könnte dazu führen, dass die Airbag-Warnleuchte aufleuchtet und der Airbag des Beifahrers bei einem Unfall nicht auslöst. Dies würde das Verletzungsrisiko des Insassen erheblich erhöhen.

Was wird im Rahmen des Rückrufs unternommen?

Subaru-Betriebe in den USA werden bei allen potenziell betroffenen Fahrzeugen alle vier Sensoren der Sitzbelegungserkennung auf dem Beifahrersitz austauschen. Die neuen Sensoren verwenden wieder Platinen vom ursprünglichen Zulieferer, bei dem laut Subaru keine Qualitätsprobleme auftraten.

Wie wurde der Fehler auffällig?

Subaru erhielt laut einem NHTSA-Dokument zwischen Januar 2021 und Februar 2024 insgesamt 23 technische Berichte, die auf dieses Problem hinwiesen. Diese Berichte führten dazu, dass Subaru eine Untersuchung der zurückgesandten Teile beim Zulieferer einleitete. Basierend auf neuen Informationen, die der Zulieferer bereitstellte, begann Subaru von Mitte Februar bis Mitte März 2024 mit dem Überprüfungsprozess, um die Sicherheitsauswirkungen spezifisch für Subaru-Fahrzeuge zu bewerten und die potenziell betroffene Fahrzeugpopulation zu bestimmen. Subaru hat nach eigenen Angaben in den USA Kenntnis von 253 Garantieansprüchen im Zusammenhang mit diesem Problem. Es seien aber keine Verletzungen von Kunden bekannt, die auf dieses Problem zurückzuführen wären.

Wie sollten sich Kunden in Deutschland verhalten?

Update: Laut Subaru betrifft der Rückruf nur US-Fahrzeuge (s.u.)!

Gleichartige Fehler wurden vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bislang nur für die Subaru-Baureihen Forester (Anfang 2021), sowie Impreza und XV (2016) gemeldet. Dies könnte auch so bleiben, denn die ebenfalls von dem Problem betroffenen Hersteller Honda und Toyota haben bislang noch keinen Rückruf für den deutschen/europäischen Markt angekündigt, wohl aber schon Ende 2023 bzw. Anfang 2024 für den US-Markt. Allerdings scheinen alle Hersteller Probleme mit der Ersatzteilbeschaffung zu haben. Die Benachrichtigung der Subaru-Kunden in den USA soll bis zum 21. Mai erfolgen.

Zu beachten ist, dass der Subaru Legacy dieser Generation bei uns nicht mehr offiziell angeboten wird. Wenn Sie aber einen Legacy oder Outback aus amerikanischer Produktion mit dem oben genannten Bauzeitraum besitzen (als so genannten Grauimport), die SRS-Airbag-Warnleuchte Ihres Fahrzeugs aufleuchtet und gleichzeitig die Deaktivierungsanzeige für den Beifahrer-Airbag aktiviert ist, obwohl Sie den Airbag nicht abgeschaltet haben, sollten Sie sich umgehend mit einem Subaru-Betrieb in Verbindung setzen. Kontaktdaten hierfür finden Sie auf der Subaru-Homepage.

Nachtrag 28.3.:

Das sagt der Hersteller:

Ein Sprecher der Subaru Deutschland GmbH gab heute folgende schriftliche Auskunft: „Diese Rückrufaktion für den amerikanischen Markt, insbesondere für die USA und Kanada, ist uns bekannt. Sie betrifft nur bestimmte Fahrzeuge der Modelle Outback und Legacy aus US-amerikanischer Produktion (MJ 2020-2022). Solche Fahrzeuge sind nicht für den deutschen Markt bzw. den EU-Markt bestimmt. Sie wurden und werden nicht von Subaru Deutschland angeboten bzw. verkauft.“

Nachtrag 8.4.:

Inzwischen haben auch Toyota und Honda bestätigt, dass der Rückruf – zumindest aktuell – keine Relevanz für deutsche Kunden hat.

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