Volvo ruft 370.000 Dieselmodelle zurück

Fast 36.000 in Deutschland gemeldete Einheiten aus den Mittelklasse-Baureihen müssen mehr oder weniger bald in die Vertragswerkstatt. Die Fahrzeuge waren bereits 2019 Bestandteil des großen AGR-Rückrufs.

Ein silberner Volvo V40 der zweiten Generation steht auf einem Kiesbett vor einem Haus.
Bild: Volvo Car Corporation

Der Volvo-Rückruf vor ziemlich genau einem Jahr wegen Problemen mit der Abgasrückführung hat bei vielen Kunden Unmut hervorgerufen. Der könnte nun weiter wachsen, denn zumindest ein Teil der Fahrzeuge muss wieder in die Werkstatt. Die Rede ist von den Mittelklasse-Baureihen (s.u.) mit den Dieselmotorcodes “D4204T5 (73)”, “D4204T8 (74)”, “D4204T20 (78)”, “D4204T9 (79)”, “D4204T14 (A8)” und “D4204T4 (AR)”. Weltweit handelt es sich nach unseren Informationen diesmal um 370.000 Exemplare, davon knapp 36.000 in Deutschland.

Auch dieser Rückruf findet wieder in mehreren Etappen statt, wie ein Sprecher der Volvo Car Germany GmbH auf Anfrage erklärte. Die Maßnahme mit dem internen Code “R10025” sei für 21.577 Halter hierzulande vorgesehen. Sie würden schon bald in die Vertragswerkstatt einbestellt. Die Reparatur ist laut Hersteller bei ihnen schnell erledigt. Die Arbeitszeit für den Einbau eines Entlüftungsschlauchs im Motorkühlsystem betrage lediglich zwölf Minuten.

Betroffene der Aktion “R10026” – in Deutschland genau 14.309 – müssten sich dagegen noch etwas gedulden. Bei ihnen sei die Reparatur aufwändiger, sagte der Sprecher. Eine genaue Beschreibung und Zeitangabe konnte er noch nicht liefern.

“Örtlich begrenzter Motorraumbrand”

Wie schon beim Rückruf “R29939” ist die offizielle Begründung für die Maßnahme die Gefahr eines “örtlich begrenzten Motorraumbrands”. Wahrscheinlicher sind dem Sprecher zufolge aber Schäden an Motorbauteilen. Verantwortlich dafür sei eine unzureichende Kühlung, verursacht durch “Lufteinschlüsse” beim Einfüllen von Kühlflüssigkeit. Konkret geht es um diese Baureihen und -zeiträume:

  • S80 – 21. November 2012 bis 11. April 2016
  • S60 – 14. November 2012 bis 6. Februar 2017
  • V70 –  21. November 2012 bis 27. Mai 2016
  • XC70 – 21. November 2012 bis 24. Mai 2016
  • S60CC – 13. April 2015 bis 30. September 2016
  • V60 – 3. Juni 2013 bis 10. Januar 2017
  • XC60 – 14. November 2012 bis 26. Oktober 2016
  • V60CC – 14. November 2014 bis 18. Oktober 2016
  • V40 (Foto) – 13. Juni 2013 bis 2. Dezember 2016
  • V40CC – 19. Juni 2013 bis 30. November 2016.

Nachtrag 7.9.:

Das Kraftfahrt-Bundesamt weist für die Aktionen “R10025” und “R10026” in seinen vergangene Woche veröffentlichten Datenbank-Einträgen 22.966 und 12.865  betroffene Volvo-Modelle in Deutschland aus (weltweit 195.498 und 169.820 Einheiten). Für Kundenanfragen wird die Hotline-Nummer 0221/9393393 genannt.

Zudem gibt es im Zusammenhang mit dem Problem einen weiteren Aktionscode (“R10027”). Er betrifft nach unseren Informationen weltweit über 95.100 Fahrzeuge der oben genannten Baureihen und -jahre.

Nachtrag 21.9.:

Der Aktionscode “R10028” ist speziell für knapp 8.000 (weitere?) S60 und V60 der Modelljahre 2016 und 2017 reserviert.

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1 Kommentar

  1. Das ist ja geil, dass man es aus Zeitschriften zufällig erfährt und nicht von Volvo informiert wird. Main Auto ist fast 8 Jahren alt und es lohnt sich nicht die Inspektion in der Volvo-Werkstatt machen zu lassen. Wie kommen andere solche Besitzer an die Information?

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